Rocket Internet investiert in die junge Online-Drogerie „Discandooo“

Die Start-up-Schmiede Rocket Internet konzentriert sich wieder auf sein Kerngeschäft. Und dieses besteht darin, junge Unternehmen mit Zukunftsperspektive aufzubauen. Deswegen hat der Berliner Konzern jetzt in die Online-Drogerie „Discandooo“ investiert, die Konkurrenten wie dm und Rossmann hinter sich lassen und zum größten digitalen Marktplatz für Alltagsprodukte werden will.

Nach mehreren Misserfolgen 2016 geht Rocket Internet wieder in die Offensive. Um die Anleger zu überzeugen, sucht der Berliner Konzern wieder nach vielversprechenden Start-ups, die eine Investition wert sind. Ein solches Unternehmen scheint er nun in „Discandooo“ gefunden zu haben, einer Online-Drogerie für Sparfüchse. „Bei uns findest Du die beliebtesten Artikel des täglichen Lebens, 10 – 20 Prozent günstiger als im Supermarkt um die Ecke“, wirbt das Start-up auf seiner Webseite und will mit dieser „Geiz-ist-geil“-Philosophie der „größte europäische Online-Marktplatz für nicht-verderbliche Lebensmittel und Konsumgüter“ werden, wie es weiter heißt. Gegründet hat das Start-up der Unternehmer Ferry Kluger, der bereits über viel Erfahrung im Online-Versandhandel verfügt. Diese sammelte er in Singapur als Manager beim digitalen Lebensmittelhändler RedMart, bis er sich von Vorbildern wie dem australischen „Groceryrun“ und den beiden amerikanischen Unternehmen „Thrive Market“ und „Holle“ inspirieren ließ, auch in Deutschland eine Online-Drogerie ins Leben zu rufen.

Rocket Internet investiert in die junge Online-Drogerie „Discandooo“

Rocket Internet investiert in die junge Online-Drogerie „Discandooo“

Drogerien intensivieren das E-Commerce-Geschäft

Der Zeitpunkt für den Markteinstieg ist gut gewählt. Denn in der Bundesrepublik gehen immer mehr Drogerien online, weil die Verbraucher durchaus geneigt sind, Produkte wie Gesichtswasser, Waschcreme oder Make-up im Internet zu kaufen. Anbieter wie dm und Rossmann haben das bemerkt und intensivieren zunehmend ihr E-Commerce-Geschäft. Mit diesen Großgewichten will nun auch Discandooo konkurrieren und scheint mit seinem Verkaufskonzept bei den Investoren Eindruck zu machen. Ansonsten hätten sich nicht so viele namhafte Geldgeber gefunden, unter denen sich auch Global Founders Capital, der Investmentarm von Rocket Internet, befindet. Zu den weiteren Finanziers gehören Kima Ventures, Discovery Ventures, Starstrike Ventures und Calvalry Ventures.

Das Geschäftskonzept: günstig einkaufen, günstig verkaufen

Wie alle Drogerien bietet Discandooo in seinem Online-Shop Alltagsprodukte wie Shampoo, Waschmittel und Babybrei. Auf Rocket dürfte aber das Preisgestaltungskonzept überzeugend gewirkt haben. Denn die Online-Drogerie macht sich die Unterschiede auf dem europäischen Markt zunutze, indem sie die Produkte in Ländern kauft, wo sie am günstigsten sind. Dass dieses Verfahren funktioniert, liegt an den nicht existierenden Abgaben für Im- und Exporte. Aufgrund fehlender Aufschläge beim Vertrieb über die Landesgrenze spart Discandooo beim Einkauf und gibt die niedrigen Preise an die Kunden weiter. Darüber hinaus konzentriert sich die Online-Drogerie lediglich auf Produkte, die nicht schnell verderben. Milch oder Käse finden die Shop-Besucher daher nicht im Sortiment. Dafür stehen ihnen „Blitzangebote“ zur Verfügung, wie es auf der Webseite heißt. Der Vorteil dieser Strategie besteht darin, dass das Unternehmen keine Kühltruhen und Lagerhallen benötigt. Dadurch spart es weitere Fixkosten und kann die Preise niedrig halten. Negativ auswirken könnte sich jedoch die relativ lange Lieferzeit. Drei bis fünf Tage soll es im Durchschnitt dauern, bis Kunden die georderte Ware erhalten. Versandkosten fallen ebenfalls an. Diese betragen 4,99 Euro, allerdings nur, wenn der Bestellwert unter 59 Euro liegt.

Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.



Kategorien: Onlinehandel allgemein

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