Alibaba plant ein Joint Venture mit der russischen SberBank

Große E-Commerce-Unternehmen breiten sich weltweit aus. Das stellt Alibaba jetzt erneut unter Beweis. Der Online-Riese befindet sich nicht nur mit der bulgarischen Regierung im Gespräch, sondern auch mit der Sberbank. Mit dem Finanzinstitut plant er den Aufbau einer gemeinsamen Handelsplattform in Russland. Von dort aus will Alibaba dann den eurasischen Markt erobern.

Für Alibaba war 2016 ein Jahr der Expansion. Im Wettkampf mit dem unliebsamen Konkurrenten Amazon begann der chinesische Riese, sich auch nach Märkten außerhalb des Heimatlands umzuschauen. Erst kürzlich trafen sich Vertreter des Unternehmens mit der bulgarischen Regierung, um den Bau eines Logistikzentrums zu besprechen. Von hier aus will der Gigant aus Hangzhou dann tiefer nach Europa eindringen und dort die Kunden mit seinen Produkten versorgen. Allerdings streckt Alibaba seine Fühler viel weiter aus. Wie jetzt bekannt wurde, will der Online-Händler auch in Russland Fuß fassen und plant dort ein Joint Venture mit der Sberbank. Als gemeinsames Projekt ist eine neue E-Commerce-Plattform im Gespräch, mit der der Online-Handel im Land Auftrieb bekommen soll.

E-Commerce-Markt in Russland hat großes Potential

Die Sberbank sieht in dem russischen E-Commerce-Markt großes Potential und schätzt, dass alle Händler zusammen bis 2025 umgerechnet eine Billiarde Euro erwirtschaften könnten. Deswegen bemüht sich das Finanzinstitut schon seit geraumer Zeit um erfahrene wie kompetente Partner. Zunächst versuchte es, die beiden großen Internet-Unternehmen Yandex und Mail.ru für ein gemeinsames Projekt zu gewinnen. Da die beiden aber nicht auf das Angebot eingingen, möchte die Bank nun den chinesischen Riesen von dem Geschäftspotential überzeugen. Branchen-Experten rechnen jedoch fest mit einer Einigung, die noch dieses Jahr stattfinden könnte. Sollte sich Alibaba tatsächlich für ein Joint Venture in Russland entscheiden, wären beide Unternehmen je zur Hälfte an der Online-Handelsplattform beteiligt.

Vorteile beider Parteien

Dass die Sberbank ein so großes Potential in dem russischen E-Commerce-Markt sieht, liegt auch an der gegenwärtigen Flaute. Der Internet-Handel braucht unbedingt einen frischen Wind. Und da das Finanzinstitut sich als eines der innovativsten Unternehmen seiner Art versteht, möchte es die Weichen für eine positive Entwicklung legen. Alibaba könnte dabei eine große Hilfe sein, schließlich verfügt der chinesische Online-Gigant über sehr viel Erfahrung in diesem Bereich. Außerdem betreibt er bereits die russische E-Commerce-Plattform Aliexpress.ru und will weiter expandieren. Nach Russland visiert der Riese den eurasischen Markt an. Um hier aktiv zu werden, muss er jedoch der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU) beitreten. Mit einem Joint Venture wäre daher der erste Schritt in diese Richtung gemacht.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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