Rocket Internet gründet ein neues Start-up in Südostasien

Nach der großen Flaute im letzten Jahr hält Rocket Internet nach profitablen E-Commerce-Bereichen Ausschau, in denen sich Investitionen lohnen könnten. Als vielversprechend gilt derzeit das Segment der digitalen Dienstleistungsvermittlung. Deswegen schickt der Konzern um die Samwer-Brüder ein neues Start-ups ins Rennen, das an klassische Arbeitszeitfirmen anschließt, das Konzept jedoch ein wenig modernisiert.

Die Vermittlung von Dienstleistungen hat derzeit Konjunktur. Beinahe monatlich entsteht im Internet eine neue Plattform, die Service-Anbieter und -Suchende zusammenbringt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch Rocket Internet in diesem E-Commerce-Bereich sein Glück versuchen will. Die Start-up-Schmiede musste in dem vergangenen Jahr mehrere Tiefschläge verkraften und setzt jetzt alles daran, endlich wieder auf Erfolgskurs zu gelangen. Das versucht der Konzern zum Beispiel mit seinem neuen Start-up Launchcircle, das für Unternehmen Apps entwickelt und ihnen Entwickler vermittelt. Eine ähnliche Plattform startete Rocket vor wenigen Tagen auch in Singapur. Allerdings handelt es sich um ein Portal, das an klassische Zeitarbeitsfirmen anschließt und geringqualifizierte Dienstleister an Unternehmen verleiht, wenn diese Bedarf haben.

Rocket Internet gründet ein neues Start-up in Südostasien

Rocket Internet gründet ein neues Start-up in Südostasien

Zeitarbeitsplattform für geringqualifizierte Dienstleister

Am Anfang konzentriert sich Ushift hauptsächlich auf die Gastronomiebranche, in der Hotels oder Bars gelegentlich Hilfskräfte benötigen. „Wenn du ein Restaurant während der Hochsaison leitest, brauchst du manchmal von dem einen auf den anderen Tag zehn zusätzliche Kellner, um die Arbeit leisten zu können“, erklärt CEO Robinson Blanchaert das Konzept. Wer in Südostasien nach solchen kurzfristig einsetzbaren Mitarbeitern sucht, findet sie in Zukunft auf Ushift. Das gilt auch für Unternehmen, die Aushilfskräfte im Bereich Telefonmarketing suchen. Ein weiterer Einsatzbereich sind Events jeglicher Art. Das Rocket-Start-up konzentriert sich auch auf diesen Sektor und vermittelt zum Beispiel Hosts und Hostessen.

Keine Expansion außerhalb Asiens

Ob Rocket mit diesem Konzept die asiatischen Kunden überzeugt, wird sich zeigen lassen. Laut Ushift sei genügend Geld vorhanden, um mindesten ein Jahr zu überleben. In dieser Zeit will die Plattform in Singapur 1.000 Unternehmen und 50.000 Jobsuchende für sich gewinnen. Allerdings soll die Arbeitsvermittlung nicht auf den Stadtstaat beschränkt bleiben, sondern in den nächsten Monaten auch auf Thailand und Indonesien ausgeweitet werden. Eine Expansion nach Europa ist hingegen nicht geplant, wie eine Rocket-Sprecherin mitteilte. Das gelte insbesondere für Deutschland, wo es mit Zenjobs und Studitemps bereits zwei Konkurrenten in diesem Segment gibt. Bevor sich die Start-up-Schmiede aber wieder in große Wettbewerbsabenteuer stürzt, begibt sie sich doch lieber auf sicheres Terrain.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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