Mehr Werbung bei Zalando: Kunden direkt per WhatsApp kontaktieren

WhatsApp gehört zu den weltweit beliebtesten Messaging-Diensten. Nun entdecken auch Unternehmen sein Potential. Zu einem der ersten gehört der Berliner Online-Händler Zalando, der darüber personalisierte Newsletter verschicken will und einfacher an die Mobiltelefon-Nummern der Kunden kommen möchte. Deshalb dürfen diese auch selber initiativ werden.

Das Mode-Unternehmen Zalando wäre nicht so schnell gewachsen, hätte es nicht Unsummen in Marketingaktionen gepumpt. Um ein weiteres Mal den Beweis zu erbringen, startet der Anbieter gleich zu Beginn des Jahres eine neue Aktion: er möchte seine Nutzer direkt per WhatsApp ansprechen. Diese werden dann über den Instant-Messenger mit personalisierten Nachrichten mit Informationen zu aktuellen Trends oder Angeboten geflutet.

Näher am Kunden sein?

Dabei handelt es sich jedoch nicht um den ersten Versuch, mit den Kunden direkt über WhatsApp zu kommunizieren. Schon im September 2015 hatte der Fashion-Konzern eine ähnliche Idee und startete daraufhin die WhatsApp-Beratung „Zalon Chat“. Hierbei ging es aber weniger darum, den Nutzern über WhatsApp exklusive Verkaufsinformationen zukommen zu lassen oder Gutscheine anzubieten als ihnen bei der Produktauswahl nützliche Tipps zu geben. Mit der neusten Aktion will Zalando nach eigenen Aussagen den Kunden noch näher kommen und einen besseren Service bieten, wie die Sprecherin Saskia Leisewitz erklärt: „Primär gilt der Service als Newsletter, die Kunden können aber auch Rückfragen stellen.“

Noch mehr Werbung bei Zalando: Kunden direkt per WhatsApp kontaktieren

So funktioniert die Anmeldung

Über dieses Vorhaben informierte Zalando seine Kunden letzte Woche per E-Mail, in der Details zur Anmeldung enthalten waren. Wer sich für die direkte Kommunikation interessiert, muss zunächst ein Formular ausfüllen und daraufhin Zalandos Nummer in der Kontaktliste seines Smartphones speichern. Nach diesen beiden Schritten brauchen die Kunden lediglich eine WhatsApp-Nachricht mit dem Wort „Start“ zu schicken, um die Bestätigung zu erhalten, dass die Anmeldung erfolgreich abgeschlossen worden ist. Sollte jemand die Kontaktaufnahmen nach einer gewissen Zeit als lästig empfinden und die Lust an der direkten Kommunikation mit dem Mode-Unternehmen verlieren, kann er den Dienst wieder abstellen. Dafür ist lediglich eine Nachricht mit dem Wort „Stop“ vonnöten.

Spam, Datenschutz?

Ob es sich bei der WhatsApp-Lösung rechtlich um eine tatsächliche Kommunikation oder Spam handelt, hängt von der Frage ab, wer die Nachricht zuerst sendet. Zu diesem Aspekt gehören ein Double-Opt-in-Verfahren für die Anmeldung und zudem eine detaillierte Aufklärung über den Inhalt der Nachrichten, Wichtig ist auch ein Verweis auf die Opt-Out-Möglichkeit auf der Anmeldeseite.

Die Kundenansprache über Whatsapp ist nicht unproblematisch. Neben der Verwaltung und dem möglichen Auslesen der Kontakte der Nutzer zählt dazu vor allem der Datenschutz. Denn immer wieder gibt es Meldungen über Sicherheitslücken, etwa die Möglichkeit, das Onlineverhalten von Nutzern auszuspähen.

WhatsApp ist weltweit einer der beliebtesten Messaging-Dienste

WhatsApp gilt nicht nur in Deutschland als einer der beliebtesten Messenger. Mittlerweile nutzen ihn mehrere Milliarden Menschen aus aller Herren Länder. Deshalb sieht Zalando in ihm ein ideales Medium für Werbung, zumal die User-Zahlen in Deutschland steigen. Erst im Sommer 2016 führte Bitkom eine Studie durch und fand heraus, dass zu dem Zeitpunkt rund 63 Prozent aller Internetnutzer Kurznachrichten per WhatsApp schrieben. Und wer schon den Dienst nutzt, will in der Regel auch nicht mehr auf ihn verzichten. Zu diesem Ergebnis kam das Marktforschungsunternehmen TNS im September letzten Jahres, als es Smartphone-Besitzer zu ihrer Einstellung gegenüber dem Messenger fragte.

 

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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