Schwarmfinanzierung auf dem Vormarsch

Auch für kleine und mittelständische Unternehmen gilt: Kredite sind oft ein wichtiger Bestandteil für eine erfolgreiche Geschäftsstrategie. Die Aufnahme eines Kredits ist allerdings nicht immer leicht. Eine Alternative zur klassischen Bankfinanzierung wird unter Unternehmen deshalb immer populärer: Die Schwarmfinanzierung, die auch unter dem Begriff „Crowdfunding“ bekannt ist.

Die Ausgangslage

Die Zinsen innerhalb der Eurozone und damit auch in Deutschland sind nach wie vor historisch niedrig, darin ändert zunächst auch die Entscheidung der US-Notenbank Fed nichts, den dortigen Leitzins erstmals seit 2006 anzuheben. Trotzdem ist es gerade für kleine und mittelständische Unternehmen oft schwer, Kredite zu attraktiven Konditionen zu bekommen. Fehlende Kreditsicherheiten oder die Verwendung des Kredits für risikobehaftete Investitionen lassen die Zinssätze schnell anwachsen.

Auf der anderen Seite suchen viele Anleger aufgrund des Niedrigzinses immer häufiger Alternativen zu Tagesgeldkonten, Sparbüchern und ähnlichen derzeit wenig lohnenswerten Anlageoptionen. Aktuell investieren viele Sparer ihr Geld in Immobilien – vor allem wegen der Preisentwicklung auf dem Wohnungsmarkt, die vielerorts steil nach oben zeigt. Allerdings mehren sich die Anzeichen für eine neue Immobilienblase. Wertpapiere wiederum schrecken viele Anleger wegen ihrer Komplexität und der Wertschwankungen ab.

Das Konzept Schwarmfinanzierung bringt beide Seiten zusammen: Einerseits die Unternehmer, die Kapital aufnehmen wollen, und andererseits die Privatanleger. Das schöne dabei: Beide profitieren am Ende davon.

So funktioniert es

Das Prinzip des kreditbasierten Crowdfundings ist einfach, aber überzeugend: Zunächst fragt der kreditsuchende Unternehmer über eine Onlineplattform eine Kreditsumme für einen bestimmten Zweck an – beispielsweise für eine Investition in ein neues Projekt oder für neue Geschäftsräume. Interessierte Anleger können sich die Kreditgesuche anschauen und sich dann entscheiden, in welche Projekte sie wie viel Geld investieren möchten. Finden sich genügend Anleger, um die gewünschte Kreditsumme zu erreichen, erhält der Unternehmer das Geld.

Ein entscheidender Faktor für die Anleger ist neben der Laufzeit auch das voraussichtliche Risiko und die Höhe der Zinsen. Je transparenter die Rahmenbedingungen sind, desto leichter können Unternehmen das benötigte Kapital einsammeln – schließlich investiert niemand gern die sprichwörtliche „Katze im Sack“. Viele Onlineplattformen legen deswegen den Zinssatz, den ein Unternehmen für einen Kredit zahlen muss, anhand verschiedener Kriterien fest.

Der Schwarmfinanzierungsanbieter Funding Circle etwa teilt die kreditsuchenden Unternehmen nach einer Bonitätsprüfung in insgesamt 6 Risikoklassen ein – Je geringer das Ausfallrisiko, desto geringer der Zinssatz, den Unternehmer zahlen müssen. Für die sicherste Risikoklasse „A+“ liegt der minimale Zinssatz derzeit bei unter 4% (Stand 21.12.2016).

Für Unternehmer ist die Schwarmfinanzierung eine ernstzunehmende Alternative zur Bankfinanzierung. Zudem kann das Crowdfunding-System bereits Hinweise auf die Erfolgsaussichten des Projekts geben, das finanziert werden soll – denn finden sich schnell genügend Anleger, um die Kreditsumme aufzubringen, bedeutet das auch, dass sie die Idee die mit dem Kredit realisiert werden soll, für überzeugend halten und dem Projekt Vertrauen schenken.

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Frank Weyermann
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Kategorien: Onlinehandel allgemein