Alibaba kooperiert mit der thailändischen Regierung: Tochter-Unternehmen Lazada soll 30.000 Händler schulen

Amazon und Alibaba liefern sich derzeit einen hitzigen Konkurrenzkampf, der bald auch in Südostasien ausgetragen werden könnte. Dort versucht der chinesische Internet-Riese nämlich immer stärker Fuß zu fassen, wie der jüngste Vertrag mit der thailändischen Regierung beweist. Darin verpflichtet sich der Konzern zur Hilfe beim Ausbau des E-Commerce und garantiert die Schulung kleiner und mittelgroßer Händler, mit denen Alibabas Tochter-Unternehmen Lazada zusammenarbeiten soll.Alibaba kooperiert mit der thailändischen Regierung: Tochter-Unternehmen Lazada soll 30.000 Händler schulen

Nachdem Alibaba seine Position auf dem heimischen E-Commerce-Markt gefestigt und ausgebaut hat, expandiert das Unternehmen jetzt zunehmend nach Südostasien. Letzte Woche unterzeichnete der chinesische Internetriese einen Vertrag mit der thailändischen Regierung und verpflichtete sich darin, dem Land bei der Entwicklung des E-Commerce zu helfen. Eine entscheidende Rolle wird dabei die Verkaufsplattform Lazada spielen, an der Alibaba im Frühling dieses Jahres die Mehrheit erwarb. Der Konzern aus Hangzhou zahlte damals für die Beteiligung rund 137 Millionen Dollar und nahm daraufhin bei dem neuen Tochter-Unternehmen eine Kapitalerhöhung über 500 Millionen Dollar vor. Heute gilt Lazada als führende Verkaufsplattform in Thailand.

Thailands Online-Handel wächst in den nächsten Jahre enorm

Der Anteil des E-Commerce an dem gesamten Einzelhandel ist in dem südasiatischen Königreich sehr gering und liegt derzeit bei 1,5 Prozent. Allerdings wächst der Online-Handel schnell, sodass Experten von einem jährlichen Wachstum von 15 Prozent bis 2020 ausgehen. Zu diesem Zeitpunkt soll der Umsatz auf insgesamt 5,69 Milliarden Dollar steigen. Damit das gelingt, wird Lazada dem jüngsten Vertrag zufolge 30.000 thailändische Klein- und mittelgroße Händler im E-Commerce schulen. In dem Abkommen verpflichtete sich Alibaba auch dazu, der Landespost im Bereich Versand und Logistik beratend zur Seite zu stehen. Damit unterscheidet sich das chinesische Unternehmen von E-Commerce-Konzernen wie Rocket Internet oder Rakuten, die sich aus Südostasien zurückgezogen haben. Alibaba baut dort hingegen sein Engagement zunehmend aus.

Herausforderungen in Thailand

Um sich auf dem Markt gegen die lokale Konkurrenz durchzusetzen, ist das Unternehmen aus Hangzhou gut gerüstet. Alibaba bringt nicht nur riesiges Kapital mit, sondern auch viel Erfahrung mit der Payment- und Logistik-Abwicklung, die der Konzern im E-Commerce der letzten Jahre sammelte. Allerdings sehen sich die Chinesen auch in Thailand zwei großen Herausforderungen gegenüber. Eine davon ist die mangelnde Internetnutzung im Land, die in diesem Jahr bei 49,8 Prozent lag. Solche Märkte benötigen in der Regel sehr viel Zeit, um im E-Commerce-Bereich zu wachsen. Die zweite Herausforderung stellt der ebenfalls forsche Internet-Riese Amazon dar, der genauso wie Alibaba über ein riesiges Budget verfügt. Beide Unternehmen liefern sich derzeit einen erbitterten Wettkampf, wie man ihn in Indien gut beobachten kann. Auf dem Subkontinent schickte Alibaba seine zwei Beteiligungen Paytm und Snapdeal ins Rennen und versucht mit ihnen nun, dem US-amerikanischen Konkurrenten Marktanteile streitig zu machen. So hitzig, wie die beiden Rivalen den Wettbewerb hier austragen, könnten die beiden Unternehmen bald auch in Südostasien um die Vormachtstellung kämpfen.

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Eugen (Redakteur)

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



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