Rocket Internet reduziert sein Personal in der Berliner Zentrale um die Hälfte

Für viele Unternehmen war 2016 ein erfolgreiches Jahr. Das gilt jedoch nicht für die Start-up-Schmiede Rocket Internet, die mehrere Abwertungen ihrer Beteiligungen hinnehmen musste. Jetzt verfolgt der Konzern eine neue Strategie und nimmt Veränderungen bei der Personalstruktur vor.

Rocket Internet ließ lange nicht von sich hören. Jetzt meldet sich die Start-up-Schmiede mit einer Nachricht zurück, die zu verstehen gibt, warum sie in letzter Zeit so schweigsam blieb. Das Unternehmen steckt tief in der Krise und muss die vielen Rückschläge verkraften, zu denen es in diesem Jahr kam. Nach mehreren Abwertungen ihrer Beteiligungen scheint Rocket nun einen Neuanfang zu wagen und reduziert zunächst einmal sein Personal in Berlin. Der Stellenabbau ist in der Geschichte der Start-up-Holding einzigartig. Beschäftigte sie noch am Ende des letzten Jahres 400 Mitarbeiter in der Zentrale, so sind mittlerweile die Hälfte von ihnen übrig geblieben. Doch das scheint dem Konzern nicht auszureichen. Wie Branchen-Insider berichten, wollten die Verantwortlichen in der Personalabteilung die Zahl der Beschäftigten noch in diesem Jahr ein weiteres Mal halbieren.

Rocket Internet reduziert sein Personal in der Berliner Zentrale um die Hälfte

Rocket Internet reduziert sein Personal in der Berliner Zentrale um die Hälfte

Neue Strategie: Investments statt Unternehmensgründungen

Viele dieser Mitarbeiter verschiebt Rocket Internet in den Venture-Bereich. Das deckt sich mit der Neuen Strategie des Unternehmens. Basierte sein Geschäft bislang ausschließlich auf der Gründung und dem Aufbau junger Start-ups, so will sich die Holding zukünftig stärker auf Investitionen in bereits bestehende Unternehmen konzentrieren. Das widerspricht zwar Rockets Versprechen vor zwei Jahren zum Zeitpunkt des Börsengangs, doch die Verluste in jüngster Vergangenheit bewegten die Samwer-Brüder anscheinend zum Umdenken. Tatsächlich waren die wirtschaftlichen Bedingungen in letzter Zeit so schlecht, dass Rocket Ausgründungen schließen musste. Wie das Unternehmen den aktuellen Stellenabbau selber begründet und kommentiert, darauf warten alle Branchen-Beobachter gespannt. Noch will sich Rocket jedoch nicht zu diesen Vorgängen äußern.

Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.



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