Amazon führt automatisierte Funktion für Rücksendungen ein

Rücksendungen werden zu einem immer größeren Bestandteil des E-Commerce. Für Kunden stellen sie einen Vorteil dar. Je nach Branche profitieren auch die Händler davon. Nun will Amazon allen Beteiligten das Leben leichter machen und führt eine Retourenfunktion ein. Marketplace-Verkäufer dürfte die Neuerung jedoch nicht freuen.

Amazon führt automatisierte Funktion für Rücksendungen ein

Amazon führt automatisierte Funktion für Rücksendungen ein

Retouren stellen in dem gegenwärtigen E-Commerce keine Seltenheit mehr dar. Besonders in der Modebranche steigt die Quote der Rücksendungen kontinuierlich. Und viele Händler fördern diese Praktik, weil diese Option zumindest in dem Geschäft mit Fashion-Artikeln häufig Umsätze garantiert. Nun lockert auch Amazon seine Bedingungen und führt in den USA eine Retourenfunktion in seinem Fulfillment-Programm ein, sodass Kunden dadurch die gekaufte Ware schnell und direkt an den jeweiligen Marketplace-Verkäufer zurücksenden können. Zuvor mussten sie den Händler zunächst kontaktieren, um ihn über die Retoure zu informieren und sich mit ihm abzusprechen. Seit dem 1. November fällt dieser Schritt weg. Denn ab diesem Zeitpunkt steht die neue Funktion allen Amazon-Kunden in den Vereinigten Staaten zur Verfügung, während das Datum für den Start in Deutschland noch unbekannt ist. Dass es dazu früher oder später kommt, gilt jedoch als ausgemacht.

Vorteile für die Kunden, Nachteile für die Händler

Von der neuen Funktion profitieren in erster Linie die Kunden. Sie brauchen keinen Kontakt zum Händler aufzunehmen und sparen dadurch Zeit. Stattdessen besteht mit dem Feature für Rücksendungen die Möglichkeit, auf dem Amazon-Portal schnell ein Retouren-Label zu erzeugen und den Artikel daraufhin zurück zum Verkäufer zu schicken. Auf diese Weise erfährt dieser von erst dann von der Rücksendung, wenn die Ware bei ihm ankommt. Darin liegt auch der Nachteil für alle Händler. Daher dürften sie die Einführung der neuen Funktion alles andere als enthusiastisch begrüßen. Für sie stellen Retouren immer Arbeit dar und ziehen Kosten nach sich, weil die Marketplace-Verkäufer nach den Amazon-Richtlinien selber für den Rückversand aufkommen müssen. Um dies zu vermeiden, konnten sie früher zuvor mit dem Kunden sprechen und die Retoure abwenden. Je nach Verhandlungsgeschick waren sie daher in der Lage, sich vor negativen Folgen zu schützen. Diese Möglichkeit bleibt ihnen in Zukunft versagt.

Ausnahmeregelung für Händler

Dass die neue Retouren-Funktion für Händler Gefahrenpotential hat, ist dem Online-Riesen aus Seattle durchaus bewusst. Aus diesem Grund führt er zugleich eine Ausnahmeregelung ein, von der Verkäufer in bestimmten Fällen Gebrauch machen dürfen. Gute Gründe haben sie zum Beispiel dann, wenn es sich um spezielle Produkt-Typen handelt, deren Rücksendung Probleme aufwirft. Das gilt vor allem für digitale Güter wie Musikdateien oder E-Books. Um eine Ausnahme dürfen Händler zudem bei sperrigen Produkten bitten und bei Artikeln, deren Transport aufwendig und an eine kostenpflichtige Versicherung geknüpft ist. Darüber hinaus dürfen die Rücksendekosten nicht den Produktpreis übersteigen. In solchen Fällen müssen Kunden die Retoure selber bezahlen.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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