Amazon will in den nächsten zwei Jahren in den USA 20 stationäre Lebensmittel-Geschäfte eröffnen

Amazon will in den nächsten zwei Jahren in den USA 20 stationäre Lebensmittel-Geschäfte eröffnen

Amazon will in den nächsten zwei Jahren in den USA 20 stationäre Lebensmittel-Geschäfte eröffnen

Nachdem Amazon vor knapp 20 Jahren den stationären Handel umgekrempelt hat, versucht der Internetriese nun selber sein Glück im Offline-Geschäft. Kürzlich eröffnete er mehrere Buchgeschäfte und sogenannte Pop-up-Stores. Jetzt will das Unternehmen auf dem Lebensmittel-Markt nachlegen und plant, bis 2018 zwanzig Amazon-Fresh-Filialen in Betrieb zu nehmen. In den Jahren danach soll sich deren Zahl extrem vergrößern.

Amazon drängt zunehmend ins Offline-Geschäft, wobei der Internetriese vor allem auf dem Lebensmittel-Markt großes Potential sieht. Deswegen plant er, in den kommenden zwei Jahren rund 20 stationäre Amazon-Fresh-Filialen in Betrieb zu nehmen. Eröffnen sollen sie USA-weit, wobei vor allem Städte wie Seattle, Las Vegas, New York oder Miami betroffen sind. Doch das stellt nur den Anfang dar. In Wahrheit sehen die Ambitionen viel größer aus, weshalb der Online-Gigant sich das Ziel gesetzt hat, die Zahl solcher Lebensmittel-Läden bis zum Jahr 2026 zu verhundertfachen. Während des Pilotprogramms will Amazon jedoch zunächst einmal experimentieren und in Erfahrung bringen, welche Typen von Stores sich in den Vereinigten Staaten rentieren. Deswegen werden zehn der 20 Filialen nach dem Modell des „Click-and-collect“ wirtschaften und sich auf Kunden konzentrieren, die hier ihre Online-Bestellungen abholen können. Die anderen zehn sollen hingegen als traditionelle Lebensmittel-Geschäfte fungieren und allen Gästen die Möglichkeit bieten, vor Ort zu stöbern und Produkte in die Hand zu nehmen, an ihnen zu riehen oder deren Haltbarkeitsdatum zu überprüfen.

Expansion in den stationären Handel mit Lebensmitteln ist kostspielig

In Amazons Geschäft nehmen stationäre Läden einen immer größeren Platz ein. Erst kürzlich eröffnete das Unternehmen aus Seattle einige Buchläden und arbeitet derzeit am Ausbau eines Netzwerks von Pop-up-Stores, um über das E-Commerce hinaus zu expandieren. Tatsächlich sucht der Internetgigant nach neuen Wegen, wie er Kunden gewinnen kann. Auf dem Lebensmittel-Markt dürfte es jedoch schwierig werden, sich derart leichtfüßig zu behaupten wie im Online-Handel. Amazon muss sich nicht nur auf hohe Kosten einstellen, sondern auch erfahrenen Konkurrenten die Stirn bieten, damit die eigene Offline-Strategie aufgeht. Das wird nicht so leicht zu bewerkstelligen sein, zumal ihm der Marktführer Walmart mit 5000 Filialen klar überlegen ist. Auch wenn Amazon seinen Plan realisiert, werden die 2000 Lebensmittelgeschäfte im Jahr 2026 noch immer nicht ausreichend sein, um den Rivalen vom Thron zu stoßen.

Amazon-Fresh-Filialen sollen für größeren Umsatz auf dem Lebensmittel-Markt sorgen

Dass Amazon trotz der enormen Herausforderungen auf den Lebensmittel-Markt drängt, liegt an dessen Gesamtwert von 800 Milliarden US-Dollar. Das Potential konnte der Internetriese aber bislang noch nicht nutzen, obwohl der Start von Amazon Fresh mittlerweile fast zehn Jahre zurückliegt. Seitdem wächst der digitale Lebensmittel-Dienst nur schleichend. In den USA steht er den Kunden lediglich in 17 Städten zur Verfügung, während er im Ausland so gut wie überhaupt keine Rolle spielt. Aus dieser Situation heraus versucht Amazon nun, das Lebensmittel-Geschäft mit stationären Stores zu beleben und dadurch mehr Marktanteile zu sichern als in der Vergangenheit. Wie die Filialen konkret aussehen werden, ist jedoch noch nicht bekannt. Manche Branchen-Beobachter sprechen hierbei von „Drive-throu-Stationen“, während andere davon ausgehen, dass Amazon eher sogenannte „Convenience Stores“ im Sinn habe.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: Amazon, E-Food & Supermarkt

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