Neue Technologie im Online-Handel: Luzerner Forscher arbeiten an Software für bessere Gewichtung von Kunden-Präferenzen

Kundenpräferenzen verkaufsfördernd auszuwerten, stellt für viele Online-Händler ein Problem dar. Eine technologische Lösung fehlt noch immer. Doch das soll sich bald ändern. Mehrere Forscher von der Hochschule Luzern entwickeln gerade eine Software, mit der sich Kundenwünsche gewichten lassen.

Neue Technologie im Online-Handel: Luzerner Forscher arbeiten an Software für bessere Gewichtung von Kunden-Präferenzen
Neue Technologie im Online-Handel: Luzerner Forscher arbeiten an Software für bessere Gewichtung von Kunden-Präferenzen

Erfolg und Misserfolg im Online-Handel hängt unter anderem davon ab, wie gut ein Anbieter auf die Wünsche der Kunden eingeht. Allerdings wissen diese oftmals selber nicht, welche Präferenzen sie haben oder können sie nicht genau benennen. Wenn sie zum Beispiel „ein rotes Auto wäre schön, ein blaues ginge auch“ schreiben, bekommt der Computer und somit auch der jeweilige Online-Händler Schwierigkeiten, diesen Wunsch auszuwerten. Das will ein Forscherteam an der Hochschule Luzern (HSLU) nun ändern und entwickelt derzeit eine Software, mit der sich die Auswahlkriterien der Kunden besser gewichten und Suchtreffer optimieren lassen.

Software soll variierte Kundenanfragen analysieren können

Wenn das Projekt der Luzerner Wissenschaftler gelingt, können Kunden ihre Präferenzen in längeren Sätzen formulieren und ihre Anfrage so variieren, dass eine Gewichtung möglich wird. Dadurch erkennt die Software deren Bedürfnisse und ist in der Lage, naheliegende Vorschläge zu unterbreiten. Bei der Suche nach einem Auto zum Beispiel bietet es weitere Wagen mit einem ähnlichen Verbrauch an. Wünscht sich der Kunde eine Hose, bekommt er mehrere Optionen mit einem ähnlichen Schnitt. Neben diesen Vorzügen stellt die Software eine geringere Abbruchquote in Aussicht. Denn dem Forscherteam gelang es bereits, die Produktsuche zu beschleunigen. Für Online-Händler ist diese Optimierung enorm wichtig, weil Kunden oftmals ihren Einkauf nicht fortsetzen, wenn sie merken, dass die Anfrage zu viel Zeit kostet.

Erste Online-Händler zeigen Interesse

Wie die Wissenschaftler kürzlich mitteilten, sei die Arbeit am Algorithmus abgeschlossen. Dennoch werde die Software voraussichtlich erst im Herbst nächsten Jahres auf den Markt kommen. Zuvor muss der Luzerner Webdienst Arcmedia noch die Benutzeroberfläche auf Vordermann bringen. Genauso wie er unterstützte auch die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) dieses Projekt und trug dazu bei, dass die Software schon jetzt auf Interesse stößt. Als potentielle Käufer haben sich bereits ein Schmuck- und ein Immobilienanbieter in Stellung gebracht.