BearingPoint-Studie: deutsche Online-Shops weisen viele Mängel auf

Wie jedes Jahr führte die Unternehmensberatung BearingPoint kürzlich eine Studie über den Online-Handel durch und konzentrierte sich dabei auf die Performance von 85 deutschen Shops aus fünf Bereichen. Die Ergebnisse fallen unbefriedigend aus, weil nahezu alle Anbieter Mängel aufweisen. Am schwersten tun sie sich mit dem Online-Marketing.

Das E-Commerce nimmt in Deutschland Fahrt auf. Deswegen wollte die Unternehmensberatung BearingPoint ermitteln, wie gut die Performance der Online-Shops in den jeweiligen Branchen wirklich ist. In ihrer neuen Studie „Digital Retail Benchmark 2016“ untersuchte sie insgesamt 85 Händler aus den fünf Kategorien Lebensmittel, Bekleidung und Schuhe, Drogerie und Parfümerie, Elektronik und Heimwerken sowie Möbel und kam dabei zu dem Ergebnis, dass nahezu alle Anbieter ihre User nicht zu 100 Prozent zufrieden stellen. Insgesamt stellte BearingPoint enorme Leistungsunterschiede zwischen den untersuchten Shops fest.

Schlechte Ergebnisse im Online-Marketing

BearingPoint-Studie: deutsche Online-Shops weisen viele Mängel auf
BearingPoint-Studie: deutsche Online-Shops weisen viele Mängel auf

Als das größte Defizit erwies sich in der Studie das Online-Marketing, mit dem sich die Shops in allen Branchen schwer tun. Die meisten von ihnen sind selbst mithilfe von Suchmaschinen nicht zu finden. Wenn Anbieter in der Ergebnisliste auftauchen, dann handelt es sich oftmals um mehr oder weniger bekannte Marken. Deren Online-Shops sind es dann auch, die laut BearingPoint-Studie eine bessere User Experience garantieren. Genauso schlecht schneiden die Anbieter aller Branchen im Bereich Empfehlungsmarketing ab. Das liegt den BearingPoint-Experten zufolge daran, dass die Shop-Betreiber sich ausschließlich auf den Verkauf der Produkte und weniger auf die Kundenbindung konzentrieren. Das trage dazu bei, dass viele registrierte User nach einem Einkauf nicht wiederkommen. Dies ließe sich jedoch leicht verhindern, wenn die Händler ihnen unterschiedliche After-Sales-Services anböten.

Elektronik-Händler weisen die wenigsten Mängel auf

Am besten schnitt bei der Studie die Elektronik-Branche ab, wobei sich hier vor allem „Conrad“ als Händler hervortat. Der Anbieter überzeugt besonders durch seine ausführlichen Produktbeschreibungen, die es Usern ermöglichen, Artikel einfacher auszuwählen. Im Gegensatz dazu hinterließen Lebensmittel- und Möbelhändler den schlechtesten Eindruck und wiesen die größten Mängel auf. Wie die BearingPoint-Experten zusammenfassen, fehle den jeweiligen Anbietern die Grundbedingungen, um ein erfolgreiches Online-Business aufzubauen. Nicht nur, dass ihre digitalen Stores in den Suchmaschinen kaum auffindbar seien, diese selbst machten es den Kunden schwer, sich im Produktangebot zurechtzufinden: „Bei den Lebensmittel-Online-Shops wird oftmals nicht so viel Wert auf die Produktdarstellung gelegt. Meistens gibt es nur ein Bild pro Produkt und auch Zoomfunktion oder interaktive Bilder durch Mouseover sind eine Seltenheit.“

Die Branchen-Besten auf dem Bekleidungs- und Drogerie-Markt

Während aus den untersuchten Lebensmittel-Händlern Rewe hervorsticht, glänzt in dem Segment Bekleidung und Schuhe Zalando mit seinem Online-Shop. Einen positiven Eindruck konnte der Berliner Mode-Anbieter deswegen hinterlassen, weil er anders als die Konkurrenz seinen Besuchern eine einfache Produktsuche gewährleistet. Unter den Online-Drogerien und -Parfümerien gilt laut Studie Flaconi als der zuverlässigste Händler, obwohl auch er im Bereich des Empfehlungsmanagements hinterherhinkt und daran arbeiten muss, seinem Shop zu mehr Sichtbarkeit im Internet zu verhelfen.