Vor dem EuGH-Urteil zu RX-Boni: Barrieren beim Arzneimittelversand endlich vollständig abbauen

Vor dem EuGH-Urteil zu RX-Boni: Barrieren beim Arzneimittelversand endlich vollständig abbauen
Vor dem EuGH-Urteil zu RX-Boni: Barrieren beim Arzneimittelversand endlich vollständig abbauen

Heute entscheidet der Europäische Gerichtshof über die Frage, ob Versandapotheken mit Sitz außerhalb von Deutschland beim Versand von verschreibungspflichtigen Medikamenten der deutschen Arzneimittelpreisverordnung unterworfen sind.

Die beiden Branchenverbände bevh und BVDVA begrüßen grundsätzlich, dass mit der anstehenden Entscheidung Bewegung in die deutsche Debatte kommt. Dass Verbrauchern und Patienten unnötige Hürden beim Bezug von Arzneimitteln auferlegt werden, muss endlich ein Ende haben. „Egal, wie das Urteil am Ende ausfällt. Man sollte in erster Linie die bedürftigen Patienten im Blick haben. Wer krank ist, braucht sofort Medikamente. Warum wird diesen Menschen der Zugang über den mangelnden Einsatz von Technik und Preisbarrieren unnötig erschwert?“ fragt der BVDVA-Geschäftsführer Udo Sonnenberg.

Das deutsche Arzneimittelpreisrecht sieht Festpreise für verschreibungspflichtige Arzneimittel vor. Bereits im Oktober 2006 hat die damalige Große Koalition im Rahmen des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz ein Gesetzentwurf formuliert, in dem es jeder Apotheke selbst überlassen wurde, auf einen Teil ihrer Marge zu verzichten. Dieser Gesetzentwurf wurde nie verabschiedet.

In einer digitalisierten, zugleich aber dem demographischen Wandel unterworfenen Gesellschaft übernehmen Versandapotheken eine nicht mehr hinwegzudenkende Substitutionsfunktion. „Gerade im ländlichen Raum mit einer geringen Dichte an Präsenzapotheken stellen Versandapotheken eine diskrete, schnelle und patientenfreundliche Alternative dar.“ stellt Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh, fest. „Versandapotheken stehen für Verbraucherschutz, Arzneimittelsicherheit und fairen Wettbewerb. Beschränkungen der Vertriebsmöglichkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten würden ein nicht mehr schließbares Loch in die medizinische Versorgung in Deutschland reißen“, ergänzt Wenk-Fischer. Unabhängig von der Entscheidung des EuGH fordern die Branchenverbände die Politik auf, bestehende Beschränkungen im Sinne der Patienten, v.a. aber auch im Sinne der durchweg mittelständisch geprägten Versandapothekenbranche abzubauen. Nur so können Versorgungssicherheit, Innovation und Arbeitsplätze langfristig gesichert werden.