DHL verwendet Big Data-Software bei der Paketlieferung

Für Paketdienste wie Hermes und DPD spielt die Entwicklung innovativer Zustellungslösungen eine große Rolle. Beinahe wöchentlich präsentieren sie einen neuen Ansatz und starten ein Pilotprojekt. Diese Woche sorgt DHL für Schlagzeilen. In Irland testet das Logistik-Unternehmen eine Big Data-Software, um noch vor der Lieferung den Aufenthalt des Empfängers zu ermitteln.

In der Logistik-Branche überschlagen sich die Ereignisse. Jeder Zusteller steht unter Druck, seinen Dienst zu optimieren. Die einen setzen auf Roboter und Drohnen, andere experimentieren mit einer Garagen- oder Raststätten-Lieferung. Nun probiert DHL eine neue Lösung aus und hat sich für das Pilotprojekt den Inselstaat Irland ausgesucht. Um die Paketzustellung effektiver zu machen, setzt der Dienstleister auf Big Data und möchte mit einem speziellen Algorithmus errechnen lassen, wo der Empfänger eher anzutreffen ist: zu Hause oder an seinem Arbeitsplatz.

DHL verwendet Big Data-Software bei der Paketlieferung

Wohin soll das Paket gehen: an die Wohn- oder an die Geschäftsadresse?

DHLs Aufgabe besteht bei diesem Projekt hauptsächlich darin, mithilfe einer Big Data-Software Paketlieferungen in zwei Kategorien einzuteilen und eine der beiden Zieladressen zu ermitteln, noch bevor das Paket für den Kunden das Logistikzentrum verlässt. Das hängt nicht zuletzt von der Uhrzeit ab, zu der der Dienstleister die bestellte Ware zustellen möchte. Tagsüber befindet sich der Kunde eher am Arbeitsplatz. Am späten Nachmittag oder abends besteht hingegen eine große Wahrscheinlichkeit, dass er zu Hause anzutreffen ist. Weil es die Logistik-Unternehmen aber nicht genau wissen, will DHL nun mit moderner Technologie eindeutige Ergebnisse generieren. Dafür kooperiert der Zusteller mit der Firma Teradata und arbeitet mit ihr an der Optimierung der Route.

Riesige Datenbank mit Informationen zu 900.000 Lieferungen in Irland

Laut einem Bericht von GlobalTrade soll die Big Data-Ermittlung sowohl bei nationalen wie internationalen Zustellungen zum Einsatz kommen, auch wenn DHL die automatisierte Errechnung bevorstehender Lieferungen zunächst in Irland ausprobiert. Dabei greift der Dienstleister auf eine riesige Datenbank zurück, die in den vergangenen Jahren stark angewachsen ist. GlobalTrade zufolge seien hier Informationen zu mehr als 900.000 Lieferungen gespeichert, die DHL in den letzten fünf Jahren in Irland tätigte. Diese Daten geben Auskunft darüber, zu welchen Uhrzeiten der jeweilige Kunde die Pakete persönlich entgegennahm und wann er nicht anzutreffen war. Hier soll die moderne Big Data-Software ansetzen und die Logistik verbessern. Gelingt es DHL, das Pilotprojekt zum Erfolg zu führen, will der Dienstleister das Verfahren auf weitere 37 Länder ausweiten.