Rocket Internet wechselt das Segment an der Frankfurter Börse

Rocket Internet muss handeln, um das Vertrauen seiner Investoren zurückzugewinnen. Nach den enormen Verlusten seiner Start-ups fiel die Unternehmensaktie kontinuierlich und hat am Freitag den bisherigen Tiefpunkt erreicht. Deswegen will der Internetriese nun an der Börse mehr Seriosität ausstrahlen und wechselt in das stärker regulierte Segment Prime Standard.

Rocket Internet wechselt das Segment an der Frankfurter Börse

Die Rocket-Aktie auf Talfahrt

In den letzten Wochen und Monaten war das Geschäft von Rocket Internet von wenig Erfolg gekennzeichnet. Das lag an den stetigen Verlusten seiner Start-ups, die dazu führten, dass die Anleger allmählich das Vertrauen verloren. Um diese wiederzugewinnen, geht das Unternehmen nun in die Offensive und wechselt das Segment an der Frankfurter Börse. Bislang war die Start-up-Schmiede in dem Entry Standard gelistet, der die notierten Unternehmen von einer ausführlichen Berichterstattungspflicht befreit. Das gilt nicht mehr für den Prime Standard, weil dieses Segment stärker reguliert wird. Genau darin sieht Rocket Internet nun seine Chance, die Investoren zu halten. Wie Rocket Internet am Freitag bekannt gab, soll der Wechsel zum 27. September erfolgen.

Mehr Transparenz, mehr Investoren

Dass Rocket Internet mit mehr Transparenz bei den Investoren punkten möchte, ist eine Strategie, auf die die Start-up-Schmiede bereits im letzten Jahr zurückgriff. Damals stellte das Unternehmen seine Rechnungslegung auf den internationalen Standard (IFRS) um. Nun möchte es auch an der Börse mehr Seriosität ausstrahlen, wie der Vorstandschef Oliver Samwer berichtet: „Das Uplisting war ein wichtiges Ziel von Rocket Internet und unterstreicht unser Bestreben, den höchsten Transparenzanforderungen des Kapitalmarktes zu genügen“. Ob sich die Investoren von dieser Initiative beeindrucken lassen, bleibt abzuwarten. Allerdings kann auch sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Wert des Unternehmens seit dem Börsengang im Oktober 2014 mehr als halbiert hat. Allein in diesem Jahr betrug der Verlust 617 Millionen Euro.

Die Rocket-Aktie auf Talfahrt

Den größten Beitrag zum Wertverlust leisteten Rockets Online-Modehändler, die in der Global Fashion Group gebündelt sind. Mehrere Abschreibungen in den letzten zwei Jahren führten dazu, dass die Unternehmens-Aktie von 42,50 Euro zu Beginn des Börsengangs auf 19,60 Euro gesunken ist. Ob Rocket Internet sich nach diesen Niederschlägen aufbäumen wird, ist eher fraglich. Sein Geschäftsmodell besteht darin, jungen Start-ups in den Bereichen Online-Handel zu verhelfen. Zu den wichtigsten von ihnen gehören derzeit HelloFresh, Foodpanda, Home24, Westwing und Jumia. Bisher schrieben diese ausschließlich rote Zahlen, sodass das Interesse der Investoren eher von diesen Werten abhängen wird.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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