Gesetzliche Transportvorschriften: DHL kann Rücksendungen von „Samsung Galaxy Note 7“ nicht entgegennehmen

Der Logistik-Dienstleister DHL verweigert derzeit Samsung-Kunden die Rücksendung eines Smartphone-Modells, dessen Akku Probleme bereitet. Dass er das Recht dazu hat, beweisen die internationalen Transportvorschriften. Ihnen zufolge eignen sich ganz gewöhnliche Pappkartons nicht für die Zustellung von Gefahrengütern, weshalb Logistik-Unternehmen nur spezielle Verpackungen mit entsprechender Kennzeichnung entgegennehmen dürfen.

Gesetzliche Transportvorschriften: DHL kann Rücksendungen von „Samsung Galaxy Note 7“ nicht entgegennehmen

Gesetzliche Transportvorschriften: DHL kann Rücksendungen von „Samsung Galaxy Note 7“ nicht entgegennehmen

Dass der Versand von defekten Elektro- und Technologiegeräten für Kunden, Händler und Logistikunternehmen Probleme bereiten kann, beweist momentan die Rückrufaktion des Smartphones „Samsung Galaxy Note 7“. Mehrere Nutzer hatten bemerkt, dass sich der Akku sowohl beim Laden als auch bei normaler Benutzung unverhältnismäßig erhitzte, und alarmierten den Hersteller. Daraufhin rief Samsung alle Besitzer dieses Geräts zum Umtausch auf und bat sie, das Smartphone zurückzusenden. Allerdings sieht es momentan so aus, als müssten alle Beteiligten mit starken Verzögerungen rechnen, weil der Logistik-Dienstleister DHL die Zustellung verweigert. Dabei beruft er sich auf „gesetzliche Transportvorschriften“, welche die Beförderung sensibler Waren auf normalem Postweg verbieten. Deshalb forderte DHL die eigenen Mitarbeiter auf, die betroffenen Rücksendungen weder entgegenzunehmen noch zu liefern.

Vorgeschriebene Verpackungen für defekte Lithium-Ionen-Akkus

Tatsächlich müssen Logistikunternehmen bei der Paket-Zustellung äußerst vorsichtig sein, sofern es sich um gefährliche Güter handelt. Laut Vorschrift gilt bei defekten Lithium-Ionen-Akkus die Regel, dass die Dienstleister nur spezielle Sicherheitsverpackungen transportieren dürfen. Diese sollten Aufsaugmaterial für Elektrolyten enthalten und sowohl gut gepolstert als auch mit einem leitfähigen, nicht brennbaren Wärmedämmstoff aufgefüllt sein. Solche Verpackungen prüft die UN und zertifiziert sie entsprechend, sodass sie standardisiert sind und als Alukisten mit Füllkissen aus Vermiculit zur Verfügung stehen. Allerdings schickte Samsung nicht sie an seine Kunden, sondern ganz gewöhnliche Pappkartons, die genauso wenig den internationalen Vorgaben genügen wie deren Gefahrgut-Kennzeichnung. Diese eignet sich lediglich für den Transport funktionstüchtiger Akkus, während die verpackten „Galaxy Note 7“ der Gefahrgutklasse 9 angehören und daher ein anderes UN-Symbol enthalten müssen.

Die Suche nach einer Lösung

Unter diesen Bedingungen steht es DHL zu, die Zustellung des defekten Samsung-Smartphones zu unterlassen. Ansonsten macht sich das Logistik-Unternehmen strafbar, zumal es bei einem Transport die Gesundheit seiner Mitarbeiter gefährden würde. Dennoch stehen die Besitzer des „Galaxy Note 7“ vor einem Problem, da sie derzeit ohne ein Smartphone auskommen müssen und nicht wissen, wann der Umtausch erfolgt. Ihnen bleibt nur ein Ausweg: sich an ein Entsorgungsunternehmen in ihrer Nähe zu wenden und die defekten Akkus zu recyceln. Alternativ dazu könnte Samsung die jeweiligen Geräte selbst abholen, wäre aber gezwungen, die gefahrenzertifizierten Alukisten mit Füllkissen mitzubringen. Da eine solche Initiative aber mit viel Aufwand verbunden ist und hohe Kosten verursacht, wird der Elektronikhersteller von diesem Lösungsweg höchstwahrscheinlich absehen.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: Logistik, Versender, Onlinehandel allgemein

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