Amazon Prints: Neuer Service für Fotografie-Druck bringt die Konkurrenz mit niedrigen Preisen in Bedrängnis

Amazon sorgt mit einem neuen Service wieder für Furore. Unter der Bezeichnung „Amazon Prints“ steht Kunden seit letzter Woche ein Dienst zur Verfügung, den sie für den Ausdruck von Fotografien und Fotobüchern nutzen können. Die Preise für die jeweiligen Produkte sind jedoch so niedrig, dass die Konkurrenz in Bedrängnis gerät. Zu den Opfern zählt vor allem das Unternehmen Shutterfly, dessen Aktie seit dem Start von „Amazon Prints“ dramatisch an Wert verloren hat.

Ohne es zuvor mitzuteilen, startete Amazon letzte Woche seinen neuen Service „Amazon Prints“, der es Kunden ermöglicht, Fotos und Fotobücher auszudrucken. Momentan sind diese Produkte die einzigen im Angebot, doch schon bald sollen solche wie Kalender oder Büropapiere hinzukommen. Allerdings steht „Amazon Prints“ nur Kunden zur Verfügung, die den Cloud-Service „Amazon Drive“ nutzen. Wer davon keinen Gebrauch macht, kommt auch nicht in den Genuss des Print-Angebots. Kritiker vermuten daher, dass der Online-Riese den neuen Dienst als Lockvogel verwendet, um „Amazon Drive“ zu größerer Popularität zu verhelfen. Für mehr Aufsehen sorgen jedoch die niedrigen Preise des Print-Services, mit denen der Gigant aus Seattle die Konkurrenz ins Wanken bringt. Am größten fiel der Schaden für das Unternehmen Shutterfly aus. Seit dem Start von „Amazon Prints“ verlor dessen Aktie dramatisch an Wert, wobei die Talfahrt noch nicht beendet ist.

Amazon USA startet neuen Service für Fotografie-Druck und bringt die Konkurrenz mit niedrigen Preisen in Bedrängnis

Amazon USA startet neuen Service für Fotografie-Druck und bringt die Konkurrenz mit niedrigen Preisen in Bedrängnis

Niedrige Preise und kostenlose Zustellung

Nach derzeitigen Informationen betrug der Verlust von Shutterfly am vorherigen Mittwoch ganze 12 Prozent. Eine solche Flaute erlebte das Unternehmen das letzte Mal im Februar 2008, als dessen Aktie an einem einzigen Tag um genauso viel Punkte einbrach. Angesichts der konkurrenzlosen Preise von „Amazon Prints“ erscheint die Sorge der Investoren plausibel. Während zum Beispiel Shutterfly für einen 4×5-Ausdruck 15 Cent verlangt, bietet Amazon diese Dienstleistung für 9 Cent an. Die Differenz ist gewaltig und fällt umso größer aus, desto umfangreicher die Fotografien werden. Kosten sie in der 5×7-Größe 58 Cent pro Stück, müssen Kunden für dieses Format bei Shutterfly 99 Cent bezahlen. Noch deutlicher erweist sich der Unterschied bei einem 8×10-Ausdruck, der sich auf mehr als zwei Dollar beläuft. Zusätzlich dazu bietet Amazon günstige Fotobücher an, die bei 19,99 Dollar beginnen. Einen weiteren Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft sich der Online-Riese durch seine kostenlose Zustellungen. Sie gilt sowohl für den Standard- als auch den Express-Versand, ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass der Mindestbestellwert 15 Dollar übersteigt.

„Amazon Print“ soll Prime-Mitgliedschaft attraktiver machen

Trotz der niedrigen Preise sehen Experten in dem neuen Service eine kleine Falle. Während Kunden bei ähnlichen Angeboten lediglich ihre Dateien von dem eigenen Computer hochladen können, verlangt „Amazon Prints“ von ihnen, dass sie „Amazon Drive“ nutzen. Dadurch wertet der Online-Gigant seinen Prime-Service auf und verleitet dazu, die Mitgliedschaft für 99 Dollar im Jahr zu erwerben. Im Gegenzug bietet er unbegrenzten Speicherplatz für Fotografien an und stellt andere Dienste wie zum Beispiel Film-, Musik-Streaming und einen Versand innerhalb von zwei Tagen in Aussicht. Und obwohl „Amazon Prints“ selbst keinen wirklichen Vorteil darstellt, trägt es dennoch zur Attraktivität der Prime-Mitgliedschaft bei und lässt sie lukrativ erscheinen. Wer sich jedoch gegen sie entscheidet, muss für den unbegrenzten Speicherplatz 59,99 Dollar im Jahr zahlen.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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