Amazons Dash-Button gerät in Kritik der Verbraucherschützer

Der Start von Amazons Dash-Buttons in Deutschland sorgte letzte Woche für mediale Furore. Nun melden sich die Verbraucherschützer zu Wort und kritisieren die kleinen Geräte. Sie beklagen fehlende Transparenz bei der Preisgestaltung und den Verstoß gegen gängige Regelungen im Internet. Die größte Sorge aber bereitet ihnen Amazons Umgang mit sensiblen Daten.

Amazons Dash-Button befindet sich erst eine Woche auf dem deutschen Markt. Doch das reichte aus, um sich bei den Verbraucherschützern unbeliebt zu machen. Diese haben die kleinen Bestell-Knöpfe unter die Lupe genommen und sind nun der Meinung, dass sie enorme Nachteile mit sich bringen. Dabei stoßen sie sich insbesondere am Preis, der bei dieser Bestellart alles andere transparent bleibe. Wenn Verbraucher ein Produkt nachordern möchten, brauchen sie lediglich auf den Dash-Button zu drücken, damit es zeitnah über einen Zusteller nach Hause kommt. Allerdings steht für jedes Produkt einer Marke ein eigener Bestell-Knopf zur Verfügung, sodass Amazon-Kunden ständig mit jedem neuen Artikel einen weiteren Dash-Button für 4,99 Euro kaufen müssen. Als Alternative böte sich eine Umprogrammierung an. Viel problematischer jedoch ist aus der Sicht der Verbraucherschützer, dass die Konsumenten mit jedem Knopfdruck direkt bei Amazon bestellen und das Produkt zu dem Preis kaufen, den der Online-Riese zu diesem Zeitpunkt festlegt. Wie hoch dieser ausfällt und wie er sich zu den Angeboten anderer Online-Shops oder stationärer Läden verhält, sieht der Verbraucher jedoch nicht.

Amazons Dash-Button gerät in Kritik der Verbraucherschützer

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Fehlende Transparenz bei der Preisgestaltung

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Datensicherheit, weil Amazon die kleinen Dash-Buttons als weitere Quelle verwendet, um Informationen über das Kaufverhalten seiner User zu beschaffen. Da der Gigant aus Seattle die Politik des „Dynamic Pricing“ verfolgt und zunächst herausfinden möchte, wie viel ein Oline-Shopper für ein Produkt auszugeben bereit ist, variiert er seine Angebote von Kunde zu Kunde. Deswegen stellen Verbraucherschützer fehlende Transparenz fest. Darüber hinaus verstießen Amazons kleine Nachbestellgeräte gegen die üblichen Regelungen im Internet. Diese geben vor, dass Kauf-Buttons Kennzeichnungen wie beispielsweise „jetzt kaufen“ oder „zahlungspflichtig bestellen“ enthalten müssen. Diese Regelung findet beim Bestellvorgang mit dem Dash-Gerät jedoch keine Berücksichtigung, weil die User mit einem Knopfdruck gleichzeitig einen Kaufvertrag abschließen. Über den tatsächlichen Preis erhalten sie erst daraufhin Auskunft, wenn ihnen über die App eine Nachricht mit allen Details zukommt. Eine Änderung der Bestellung ist deshalb nur nachträglich möglich.

Dash-Buttons helfen Amazon bei Datensammlung

Wer die Dash-Buttons nutzt, bindet sich automatisch an Amazon. Das sehen die Verbraucherschützer genauso kritisch wie die Koppelung der kleinen Geräte an die Prime-Mitgliedschaft, die Kunden 49 Euro im Jahr kostet. Am größten machen sie sich aber Sorgen um Amazons Umgang mit den Daten der Kunden. Denn die Dash-Button-App versorgt den Online-Riesen mit Informationen zu Kaufzyklen, Packungsgrößen oder Loyalität zu bestimmten Marken, die er analysiert, um anschließend den Preis festzulegen und personalisierte Werbung zu betreiben. Darüber hinaus gibt Amazon seinen Kunden den Ratschlag, ihr WLAN-Passwort auf seinen eigenen Servern zu speichern, damit sie sich nicht jedes Mal einloggen müssen und mit dem Amazon-System direkt verbunden verbunden bleiben. Dies soll laut Amazon den Bestellvorgang per Dash-Button-App beschleunigen. Dass der Gigant dadurch an sensible Daten gelangen möchte, verheimlicht er jedoch. Verbraucherschützer warnen daher vor der Eingabe des WLAN-Passworts.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: Amazon, Onlinehandel allgemein

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