Amazon führt in den USA eine hohe Verkaufsgebühr für Markenprodukte ein

Amazon sorgt in den USA wieder für Ärger. Der Online-Gigant aus Seattle fordert seine Händler auf, in Zukunft bei ihm eine Erlaubnis für den Verkauf von Markenprodukten einzuholen. Dafür verlangt er eine sehr hohe Gebühr, die teilweise stark variiert. Welche Artikel aus welchen Kategorien betroffen sind und welche Kosten welche Marken verursachen, darüber herrscht derzeit noch Unklarheit.

Wer in den USA zukünftig über Amazon mit Markenprodukten handeln möchte, braucht zunächst eine Genehmigung des Online-Riesen. Mit dieser neuen Regelung sorgt dieser nun für Aufruhr unter den Anbietern und legitimiert sie damit, dass nur dadurch perfekte Shopping-Ergebnisse möglich werden. Allerdings ist die Erlaubnis kostspielig. Um sie zu erhalten, müssen Händler an Amazon eine Gebühr von bis zu 1000 US-Dollar pro Marke zahlen. So manch einem Verkäufer kommt die Genehmigung sogar noch teurer zu stehen. Dementsprechend groß ist derzeit der Ärger unter denen Anbietern, zumal sie die Gebühr gleich mehrmals entrichten müssen, wenn sie mehrere Marken verkaufen.

Amazon führt in den USA eine hohe Verkaufsgebühr für Markenprodukte ein

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Viele Gebührendetails sind noch unklar

Diese Regelung bestätigt Amazon, weist aber daraufhin, dass lediglich ganz bestimmte Produkte aus einigen Kategorien davon betroffen sind: „Die Kunden sollen mit Vertrauen bei Amazon einkaufen. Wenn wir Qualifikationen und Kriterien festlegen, um bestimmte Produkte zu verkaufen, dann betrachten wir mehrere Faktoren. Für bestimmte Produkte und Kategorien benötigt Amazon zusätzliche Performance Checks, bestimmte Voraussetzungen und auch Gebühren.“ Für welche Produkte und Kategorien die Gebühren gelten soll, sagte Amazon jedoch nicht. Unklar ist auch, welche Marken welche Kosten verursachen. Noch liegt keine Liste mit diesen Details vor, aus der die Händler wichtige Informationen entnehmen können. Amazon machte lediglich auf seiner Seite darauf aufmerksam, dass es in Zukunft zu Kontrollen und Gebührenerhebungen kommen kann, wenn Händler sich als Produkt-Anbieter registrieren.

Gebühr soll gefälschte Produkte vom Handel fernhalten

Derzeit sieht es so aus, als wären insbesondere Spielzeug-Marken von der Gebühr betroffen. Das geht zumindest aus den Kommentaren im Forum hervor, in den oft der Name Lego fällt. Einige Händler geben an, dass Amazon von ihnen sogar bis zu 5000 US-Dollar für eine Verkaufserlaubnis verlangt. Allerdings unterscheiden sich ihre Erfahrungen zum Teil sehr, weshalb es schwer ist, verlässliche Informationen über die neue Regelung zu finden. Branchenbeobachter hingegen sehen den Grund für die Gebühreneinführung vor allem in der Enttäuschung vieler Kunden und Hersteller, die den anwachsenden Handel mit gefälschten Produkten beklagen. Diese Praxis wolle Amazon nun unterbinden, indem es den Verkauf von Markenprodukten durch strengere Zulassungsbedingungen erschwere. Wenn Händler für ihre Imitate einen Beweis erbringen müssten, würden sie diese erst gar nicht produzieren. Das sei Amazons Idee, mit der der Online-Gigant Fälschern den Kampf ansagen wolle. Ob das stimmt oder eher ein Vorwand für ein lukratives Geschäft ist, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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