Alipay gewinnt in Europa immer mehr Kooperationspartner

Mit 450 Millionen aktiven Nutzern gilt Alipay als der größte Bezahldienstleister der Welt. Da seine User zunehmend in Europa einkaufen, will er auch auf dem Kontinent seinen Service anbieten. Dafür sucht er Partner und spricht derzeit sowohl mit Händlern als auch mit Zahlungsanbietern. Einer von ihnen hat nun seine Kooperationsbereitschaft signalisiert.

In China wächst die Wirtschaft und mit ihr die Konsumlust der neuen Mittelschicht, die zunehmend gerne in Europa auf Shopping-Tour geht. Wie die Financial Times und die Weltorganisation für Tourismus übereinstimmend berichten, besuchten den Kontinent im Jahr 2014 zehn Millionen Chinesen, die knapp 21 Milliarden Euro ausgaben. Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass diese Zahlen mittlerweile weitaus größer ausfallen. Diese Entwicklung will Alibabas Bezahldienst Alipay nutzen und sucht daher in Europa nach Kooperationspartnern, um seinen Landsleuten mit dem eigenen Service den Kaufvorgang zu vereinfachen. Schon heute zählt der Payment-Anbieter 450 Millionen aktive User, wobei die Hälfte von ihnen den Dienst über mobile Endgeräte wie Smartphone oder Tablet nutzt. Dementsprechend erwartungsvoll zeigen sich auch die Händler hierzulande. Wenn sie künftig Zahlungen per Alipay akzeptieren dürfen, könnten ihre Umsätze dramatisch steigen.Alipay gewinnt in Europa immer mehr Kooperationspartner

Ingenico arbeitet zukünftig mit Alipay zusammen

In Deutschland können stationäre Händler den Kaufvorgang für chinesische Konsumenten vereinfachen, indem sie auf dem Terminal einen QR-Code generieren. Diesen brauchen die Kunden dann nur noch zu scannen, um die Zahlung abzuwickeln. Mit Alipay könnten sie die Transaktion jedoch noch schneller durchführen. Deswegen ist der Bezahldienst in Europa auf Kooperationspartner wie Concardis und Wirecard angewiesen, die ihren Händlern die Akzeptanz des chinesischen Payment-Dienstes möglich machen. Waren diese beiden die bislang einzigen Zahlungsanbieter, die mit Alipay zusammenarbeiteten, so darf sich der Dienstleister nun über einen dritten freuen: Ingenico. Nach den derzeitigen Informationen sei dieser bereit, Alipay in das stationäre Zahlungsportal einzubinden.

Gespräche mit 69 Geschäften am Münchener Flughafen

Neben diesen Zahlungsanbietern konnte Alipay auch mehrere europäische Händler zu einer Kooperation bewegen. Als ersten Partner gewann der chinesische Dienst das Geschäft Tripidi, welches seine Produkte am Frankfurter Flughafen verkauft. Dass diese Zusammenarbeit funktioniert, darüber wollte die Mitgründerin Jennifer Noelle keine Zweifel aufkommen lassen. Ihr zufolge machten die Zahlen nach zwei Monaten deutlich, dass Einkäufe chinesischer Kunden zu 50 Prozent per Alipay erfolgen. Allerdings sind in diesem Zeitraum auch die Umsätze gestiegen. Für Noelle stelle diese Entwicklung einen erfreulichen Nebeneffekt dar, den sie der Kooperation mit Alipay verdanke. Nach weiteren Partnern sucht der Bezahldienst derzeit sehr aktiv. So befinde sich laut Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg der Finanzbereich der Alibaba Holding in Gesprächen mit dem französischen Kaufhaus Printemps. Des Weiteren versucht Alipay, 69 Geschäfte am Münchener Flughafen von dem eigenen Service zu überzeugen, wobei es sich hierbei von Wirecard unterstützen lässt.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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