E-Food: Rocket Internet gründet Joint Venture mit der irischen Kerry Group

Rocket Internet bleibt weiterhin umtriebig und gründet ein Unternehmen nach dem anderen. Besonders großes Interesse scheint die Start-up-Fabrik derzeit an Tiefkühlkost zu haben. Um sich in diesem Segment durchzusetzen, gründet der Berliner Konzern ein Joint Venture mit der irischen Kerry Group. Einen weiteren Lieferservice für gefrorene Gerichte probiert Rocket in Großbritannien aus.

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Die Berliner Start-up-Schmiede Rocket Internet lässt sich von den Entwicklungen im E-Food-Geschäft nicht entmutigen. Erst kürzlich stellte sein Konkurrent Eatfirst aufgrund mangelnder Nachfrage in Berlin seinen Lieferservice für Tiefkühlkost ein. Dennoch will Rocket Internet ausgerechnet in diesem Segment punkten. Dafür hat das Unternehmen einen finanzstarken Partner gefunden: die irische Kerry Group. Um sich gegen Konkurrenten wie Bofrost oder Eismann zu behaupten, gründeten die beiden Konzerne ein Joint Venture. Der entsprechende Antrag auf ein Gemeinschaftsunternehmen liegt mittlerweile bei dem Bundeskartellamt vor und wird noch geprüft, sodass sich die betriebsamen Samwer-Brüder noch ein wenig gedulden müssen. Welche Art von Tiefkühlkost das neue Start-up liefern will, ist jedoch noch nicht bekannt.

Kerry Group: von einer Vermarktungskooperative der Milchbauern zum Spezialisten für Lebensmittelzusätze

Rockets Partner aus Irland ist ein Traditionsunternehmen, das in den letzten Jahren eine Wandlung durchgemachte. Engagierte es sich anfangs noch als eine Vermarktungskooperative einiger Milchbauern, entwickelte es sich später zunehmend zu einem globalen Konzern, der sich auf den Verkauf von Aromen und Lebensmittelzusätze konzentriert. Genauso wie Rocket Internet sucht auch die Kerry Group stets nach vielversprechenden Unternehmen, in die sie zu investieren bereit ist. Dabei soll der Konzern in den letzten zwölf Jahren vier Milliarden Euro ausgegeben haben. Eine große Summe bringen die Iren auch in das Joint Venture ein, auch wenn konkrete Zahlen noch nicht vorliegen. Bisher ist lediglich von einem zweistelligen Millionenbetrag die Rede. Diese finanziellen Mittel dürften tatsächlich notwendig sein, um mit der Lieferung von Tiefkühlkost langfristig Gewinne einzufahren.

In Großbritannien probiert Rocket ein ähnliches Food-Start-up aus

Dass Rocket Internet weiterhin auf einen Lieferdienst für Lebensmittel setzt, verwundert viele Beobachter. Denn es ist nicht lange her, als die Berliner mit einem ähnlichen Konzept scheiterten und das Geschäft ihres Start-ups Bonativo einstellen mussten. Allerdings lieferte dieses regionale Lebensmittel, während sich das Joint Venture nun voll und ganz auf Tiefkühlkost fokussieren möchte. Ein ähnliches Food-Start-up probiert Rocket derzeit in Großbritannien aus, wo es mit Everdine einen Dienstleister eingeführt hat, der frisch gekochte und direkt eingefrorene Gerichte vor die Haustür bringt. Dabei handelt es sich um lange haltbare Tiefkühlkost ohne Zusatzstoffe, wie das Unternehmen auf der eigenen Homepage mitteilt. Als Zielgruppe will Rocket Menschen ansprechen, die abends das Bedürfnis haben, schnell und ohne viel Aufwand ein Gericht aufzuwärmen. Der Service eignet sich aber auch für Vollzeitbeschäftigte, die gesunde und dennoch günstige Kost zur Arbeit mitnehmen möchten.

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Eugen (Redakteur)

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



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