Neue ECC-Payment-Studie: alternative Zahlungsverfahren beliebt, Rechnung beliebter

Das Forschungsinstitut ECC in Köln hat die neueste Payment-Studie veröffentlicht. Aus ihr geht hervor, dass die Rechnung in Deutschland noch immer die beliebteste Bezahlmethode darstellt. Dennoch befinden sich die alternativen Verfahren auf dem Vormarsch. Auf die Vorlieben der Konsumenten gehen die Online-Händler gut ein und bieten im Durchschnitt weiterhin 5,3 Payment-Optonen an.

Wie alle Segmente des E-Commerce wandelt sich auch der Payment-Bereich kontinuierlich, weil zum einen regelmäßig neue Zahlungsverfahren auf den Markt kommen und zum anderen die Konsumenten ihre Vorlieben ändern. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, müssen sich Online-Händler auf diese Veränderungen einstellen und möglichst das ganze Spektrum der Bezahlmöglichkeiten abdecken. Wie viele Payment-Optionen sie im Durchschnitt anbieten und welche Zahlungsverfahren bei den Online-Käufern am beliebtesten sind, wollte auch das Institut ECC in Köln wissen. Deshalb führte es kürzlich eine Studie durch, bei der sich herausstellte, dass die gute alte Rechnung in Deutschland weiterhin in der Gunst der Online-Konsumenten steht und die Liste beliebter Bezahlmethoden anführt. Allerdings kann sie ihre Vorrangstellung nicht mehr so leicht behaupten wie noch in den Jahren zuvor. Während 2015 jeder zweite Shopper seine Online-Bestellung mit einer Rechnung beglich, tun dies mittlerweile vier von zehn. Damit verliert sie allmählich an Bedeutung und wird wohl in naher Zukunft vor alternativen Zahlungsmitteln weichen müssen, wie die Leiterin des ECC Köln Sabrina Mertens vermutet: „Unter den von Online-Shoppern favorisierten Zahlungsverfahren ist die Rechnung eher umständlich. Sie wird vor allem von sicherheitsaffinen Konsumenten, die nur selten online einkaufen, gewählt. Da Konsumenten jedoch immer häufiger online shoppen und dabei zunehmend auf Faktoren wie Schnelligkeit und Bequemlichkeit achten, wird die Rechnung in Zukunft weiter an Relevanz verlieren“.

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Paypal und Kreditkarte befinden sich auf dem Vormarsch

Tatsächlich befinden sich laut ECC-Studie alternative Zahlungsverfahren auf dem Vormarsch. Insbesondere Paypal überzeugt immer mehr Online-Shopper und ist kurz davor, die Rechnung auf den 2. Platz zu verdrängen. Im Vergleich zur letzten Studie stieg die Bedeutung des amerikanischen Payment-Dienstes um zwei Prozent. Zu den Gewinnern zählt zudem die Kreditkarte. Mit ihr bezahlten im Vorjahr noch acht Prozent der befragten Online-Konsumenten. Momentan tun dies drei Prozent mehr. Auf das gleiche Ergebnis kam in der Studie die Lastschrift, für die sich ebenfalls 11 Prozent der Shopper entscheiden. Die SOFORT-Überweisung kommt hingegen auf 3,3 Prozent und nimmt damit gemeinsam mit Amazon Payments (2,9 %) die unteren Ränge ein. Nur wenig verändert haben sich die Werte der Online-Händler. Wie im Jahr zuvor bieten sie im Durchschnitt 5,3 Zahlungsverfahren an. Zu den häufigsten gehören derzeit Vorkasse, Paypal, Rechnung, Kreditkarte und SOFORT-Überweisung. Dennoch geben 43 Prozent der befragten Online-Händler an, in den letzten zwei Jahren neue Optionen in ihren Payment-Mix aufgenommen zu haben.

Online-Händler stellen sich auf die Zahlungspräferenzen der Kunden gut ein

Wie sich die derzeitigen Tendenzen im Payment-Bereich auf die Online-Händler auswirken, versuchte das Forschungsinstitut ECC Köln anhand mehrerer Fragen zu ermitteln. Die größte Bedeutung kam dabei den folgenden drei zu: Welche Anforderungen an Zahlungsverfahren haben Online-Shopper – heute und in Zukunft? Inwiefern werden Payment-Angebote diesen Anforderungen gerecht? Welche aussichtsreichen Anbieter von Zahlungsverfahren gibt es? Dabei stellte sich heraus, dass die digitalen Verkäufer bislang in der Lage sind, sich auf die Vorlieben der Kunden angemessen einzustellen: „Die Mehrheit der Online-Händler deckt mit ihrem Payment-Angebot die Favoriten der Konsumenten schon gut ab“, fasst Professor Krüger, einer der Studienautoren, die aktuelle Situation zusammen. Ihm zufolge sollten Online-Händler dennoch die Entwicklung im Auge behalten und täglich überprüfen, welches Zahlungsverhalten ihre Kunden an den Tag legen: „Die ECC-Payment-Studie zeigt jedoch, wie schnell sich Präferenzen von Online-Shoppern ändern können. Daher sollten Online-Händler ihren Check-out regelmäßig auf Abbruchquoten und verwendete Zahlungsmethoden überprüfen, um ihr Angebot gegebenenfalls anzupassen“.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: Onlinehandel allgemein, Payment

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