Walmart erwirbt Jet.com für eine mehrstellige Milliardensumme

Der Einzelhandelsriese Walmart bemüht sich im digitalen Handel weiterhin um Aufrüstung und kauft nun das Start-up Jet.com. Dieses zählt zu den erfolgreichsten Jungunternehmen der letzten beiden Jahre. Grund dafür ist sein dynamisches Preissystem, das auf einem effizienten Algorithmus beruht. Von ihm will in Zukunft auch Walmart profitieren und sich mit Schnäppchen Wettbewerbsvorteile gegenüber Amazon verschaffen.einkaufen

Viele Branchenbeobachter munkelten schon lange, dass Walmart kurz davor stehe, das rasant wachsende Start-up Jet.com zu kaufen. Ihre Vermutung hat sich nun bewahrheitet. Die Gesamtsumme soll 3,3 Milliarden US-Dollar betragen, wobei der Einzelhandelsriese drei Milliarden in Bar und weitere 300 Millionen in Aktien auf den Tisch legte. Mit der Übernahme will Walmart in seinem Online-Geschäft aufrüsten, nachdem die letzten Jahre eher mäßigen Erfolg zeitigten. Dabei hofft der Konzern, in Zukunft mit Konkurrenten wie Amazon und Alibaba besser mithalten zu können. Jet.com erweist sich für dieses Vorhaben als idealer Partner. Schließlich gründete Marc Lore das Start-up, um den Giganten aus Seattle zu vernichten, nachdem er zuvor sein erstes Unternehmen Quisdi für 545 Millionen US-Dollar an Jeff Bezos verkauft hatte. Ihm soll künftig auch von Walmart stärker der Wind entgegenwehen, was CEO Doug McMillon mit niedrigen Preisen erreichen will: „Wir suchen nach Wegen unsere Preise zu senken, unser Sortiment zu erweitern und das simpelste und einfachste Shopping-Erlebnis zu bieten.“

Jet.coms Algorithmus ermittelt ständig den niedrigsten Warenkorbpreis

Als Jet.com 2014 startete, entwickelte es ein intelligentes Shopping-System und präsentiert sich seitdem als ein Hybrid aus Einkaufsklub und Discountportal. Einerseits müssen Kunden 50 US-Dollar im Jahr zahlen, um über das Portal shoppen zu können. Andererseits garantiert ihnen Jet.com immer niedrige Preise. Dafür sorgt ein sehr komplizierter Algorithmus, welchen das Team um Marc Lore entwarf. Mit seiner Hilfe gestaltet sich das Preissystem dynamisch, sodass die Produkte immer billiger ausfallen als bei Amazon oder Offline-Discountern. Das gilt freilich auch für den neuen Mutterkonzern Walmart, der in Jet.coms Algorithmus die Möglichkeit sah, sich im E-Commerce-Geschäft Vorteile zu verschaffen. Denn dieser ermittelt immerfort den niedrigsten Warenkorbpreis, sobald der Kunde Produkte hinzufügt oder wieder entfernt. Einen Einfluss auf den Gesamtbetrag können verschiedene Faktoren haben, zu denen zum Beispiel Versandkosten und -Bedingungen, der Wohnort des Käufers, Angebote oder Discounts für einen bestimmten Warenwert gehören. Sie alle berücksichtigt der Algorithmus und versucht den Preis individuell so zu berechnen, dass der User dabei das größte Schnäppchen macht.

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Eugen (Redakteur)

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



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