Schlechtes Wetter treibt den Online-Umsatz

Bei gutem Wetter wird gegrillt. Und ist das Wetter zu schlecht, geht keiner mehr vor die Tür. Wenn es aber grau und trist ist, dann wird gekauft, um die Stimmung aufzuhellen.

Die Menschen kaufen die meisten Bücher, wenn es draußen trocken und grau ist – und kühl, aber nicht kalt. So habe ich es in meiner Ausbildung zum Buchhändler in den 80er-Jahren gelernt und es hat gestimmt. Bei gutem Wetter wird gegrillt. Und ist das Wetter zu schlecht, geht keiner mehr vor die Tür. Wenn es aber grau und trist ist, dann wird gekauft, um die Stimmung aufzuhellen.

Seit Wochen stelle ich mir die Frage: Stimmt das auch für die Online-Welt von heute? Wirkt sich das schlechte Wetter wirklich auf das Kaufverhalten unserer Web-Kunden aus?

Die Neugierde hat mir keine Ruhe gelassen und schon lagen auf meinem Schreibtisch die Daten der Online-Bestellungen von Lehmanns Media neben den Wetterdaten vom Deutschen Wetterdienst. Tatsächlich bestätigt die Auswertung der Daten die Vermutung: Die Temperaturen beeinflussen unseren Umsatz!

Ein Blick auf die Grafik zeigt: Bei niedrigen Temperaturen gehen deutlich mehr Bestellungen ein. Dabei habe ich das Wetter für Berlin, Hamburg und München jeweils den Bestellungen aus diesen PLZ-Bereichen gegenüber gestellt.

Nur bei Minusgraden scheint die Kauflust nicht mehr so groß zu sein. Warum? Macht Schnee vielleicht glücklich?

Aber auch eine politische Dimension sehe ich hier: Braucht Deutschland vielleicht einen verregneten Sommer, damit die Konjunktur stabil bleibt? Wo stehen wir, wenn der Klimawandel uns in einigen Jahren dann griechisches Wetter nach Deutschland bringt?
Wie so oft, lag mein Ausbilder hier richtig. Jetzt ist meine Neugierde (vorerst) gestillt und wir können beim Wetterbericht der Tagesschau schon ablesen, wieviel Arbeit wir in den nächsten Tagen haben werden.

Trotzdem habe ich noch etliche Fragen, die mich interessieren: Wer kauft bei Regenwetter mehr ein – Frauen oder Männer? Ist die Konversionsrate der mobilen WebSite bei gutem Wetter besser? Dafür werden allerdings weitere intensive Analysen nötig sein. Meine Neugierde geht also weiter!

Timm Riedl, WebShop Manager

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Frank Weyermann
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Kategorien: Onlinehandel allgemein

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