Das estnische Start-up Cleveron testet optimierte Paket-Schließfächer

Genauso wie Amazon hat ein Start-up aus Estland Paket-Schließfächer auf den Markt gebracht. Allerdings sind diese PackRobots leistungsstärker als die Modelle des Online-Riesen, weil sie den Platz effektiv nutzen. Zunächst testet der Hersteller sie in dem eigenen Land. Wenn die Probephase jedoch Erfolg zeitigt, könnten die estnischen PackRobots auch nach Deutschland kommen.

Das estnische Start-up Cleveron testet optimierte Paket-Schließfächer

Das estnische Start-up Cleveron testet optimierte Paket-Schließfächer

Nicht jeder Kunde kann zu Hause sein, wenn seine bestellte Ware kommt. Mit diesem Problem kämpft das E-Commerce schon lange. Dennoch sind Fortschritte zu verzeichnen, weil nicht nur Zusteller und Händler an Lösungen arbeiten, sondern auch Start-ups wie Cleveron. Das estnische Unternehmen orientierte sich an Amazons Paket-Schließfächern und entwickelte schließlich eine eigene Version, die einige Verbesserungen enthält. Während die Depotschränke des Online-Riesen eher Spinds in einer alten Bücherei oder Sporthalle gleichen und lediglich für die eigenen Lieferungen oder die Zustellungen seiner Partner vorgesehen sind, kommen Cleverons Schließfächer moderner daher. Zunächst einmal stellt das estnische Start-up seine „PackRobots“ jedem beliebigen Lieferservice zur Verfügung, außer Amazon selbst. Darüber hinaus eignet es sich auch für die Aufbewahrung übergroßer Pakete, die zum Beispiel in den Schließfächern des US-amerikanischen Unternehmens keinen Platz finden.

Kluge Technologie, schnelle Abholung

Dass Pakete aller Größen in dem PackRobot Platz finden, liegt an seiner fortschrittlichen Technik. Zunächst gelangt jede Zustellung durch einen zentralen Zugang in das Innere des Schließfachs, wo sie automatisch gewogen und gemessen wird. Daraufhin wählt das System ein Fach für das Paket aus und passt es dessen Umfang an. Insgesamt nimmt jeder PackRobot 500 Pakete auf und ist obendrein akklimatisiert. Das stellt vor allem einen Vorteil für die Zustellung sensibler Pakete dar. Je nach Inhalt können diese nämlich bei hoher Hitze samt Feuchtigkeit Schaden nehmen. In den PackRobots herrscht jedoch Trockenheit und kühle Luft, sodass der Empfänger die Ware in dem Zustand abholt, den er erwartet. Den Barcode dafür erhält er über eine App. Hält er sie am Schließfach vor einen Scanner, kommt das Paket durch das zentrale Fenster wieder heraus. Der gesamte Prozess ist völlig unkompliziert und nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. Für Amazon könnten diese Modelle zu einer ernsthaften Konkurrenz werden.

Zunächst zehn PackRobots in Estland

Noch aber müssen Kunden weltweit darauf warten, bis sie von den Vorteilen der PackRobots profitieren können. Cleveron testet sie zunächst in der Heimat. Zehn von ihnen hatten vor wenigen Tagen ihr Debüt in den Städten Viljandi und Tartu, wo sie jedes Unternehmen nutzen kann, das Interesse an dem Service zeigt. Für die Aufbewahrung von Paketen verlangt das Start-up erst einmal keine Gebühren. Ob das auch nach der Testphase so bleibt, ist noch ungewiss. Zunächst möchte Cleveron weitere Schließfächer mit neuen Verbesserungen aufstellen. Wie diese konkret aussehen werden, hängt nicht zuletzt von dem Erfolg der Prototypen ab. Bislang überzeugen die PackRobots aber viele Experten. Daher ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass das Start-up in naher Zukunft zahlungskräftige Investoren findet und expandiert.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: Logistik, Versender, Onlinehandel allgemein

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