Amazon will mit neuer Technologie die Retourenquote senken

In keiner anderen Branche sind so viele Produktretouren zu verzeichnen wie im Modehandel. Manche Unternehmen setzten diese Möglichkeit gezielt ein, um Kunden zu binden. Dennoch sorgen die hohen Rücklieferungsquoten für Ärger und stören das Geschäft. Dieses Problems hat sich nun Amazon angenommen. Mithilfe des Start-ups Shoefitr arbeitet der Online-Riese an einer 3D-Technologie und hat derweil sogar ein Patent angemeldet.

Amazon will mit neuer Technologie die Retourenquote senken

Amazon will mit neuer Technologie die Retourenquote senken

Modehändler wie Zalando oder Lesara haben mit hohen und stetig steigenden Retourenquoten zu kämpfen. Um nicht mehrmals zu bestellen, lassen sich Kunden Kleidungsstücke in gleich mehreren Größen nach Hause liefern. Wenn eine von ihnen passt, behält der Käufer zum Beispiel das jeweilige Paar Schuhe oder T-Shirt und schickt die restlichen Artikel zurück zum Online-Händler. Manchmal kommt es sogar vor, dass keines der bestellten Kleidungsstücke passt und der Shop-Betreiber trotzt Aufwand nicht ein einziges Produkt verkauft. Von diesem Problem ist mittlerweile auch der E-Commerce-Gigant Amazon betroffen, der im Modehandel zusehends aktiver wird. Deswegen hat sich das Unternehmen aus Seattle zur Aufgabe gemacht, die Retourenquote mit einer geeigneten Technologie zu senken. Laut Online-Magazin Qz.com soll es nun einen Lösungsansatz patentiert haben.

Kundenmaße als 3D-Modelle

Nach derzeitigen Informationen plant Amazon, Standardformen der jeweiligen Kleidungsstücke bereitzustellen. Je nachdem, ob es sich um Schuhe, T-Shirt oder Jacke handelt, der Kunde bekommt dadurch die Möglichkeit, seine persönlichen Maße genau zu ermitteln. Anhand dieser Daten erstellt Amazon für die einzelnen Produktkategorien 3D-Modelle und speichert sie daraufhin im Online-Shop. Davon sollen nicht nur die Konsumenten, sondern auch die Händler profitieren. Diese erhalten auf diese Weise bessere Informationen über ihre Kunden und können sie dafür nutzen, passende Artikel eigeninitiativ anzupreisen. Darüber hinaus will Amazon seine registrierten Besucher zur regelmäßigen Aktualisierung der Maße animieren, damit diese mit den hinterlegten Daten übereinstimmen. Verliert ein Kunde zum Beispiel an Gewicht, kann er an dem 3D-Modell Korrekturen vornehmen und es anpassen. Gleiches gilt für Kleidungsstücke, die an bestimmten Stellen drücken oder zu weit ausfallen.

Für die Entwicklung der 3D-Technologie ist Shoefitr zuständig

Wenn diese Technologie entwickelt ist, könnte der Online-Riese sogar mehrere 3D-Modelle für jede einzelne Produktkategorien erstellen. Dadurch erhielten Kunden die Möglichkeit, verschiedene Maß-Daten zum Beispiel für Sneakers, Business-Schuhe oder Boots anzulegen. Um diese Pläne umzusetzen, kaufte Amazon letztes Jahr das Start-up Shoefitr. Die Übernahme liegt darin begründet, dass das junge Unternehmen zu diesem Zeitpunkt bereits an einer solchen Technologie arbeitete. Deswegen basiert das jetzt angemeldete Patent größtenteils auf den Ideen von Shoefitr, wie Qz.com berichtet. Wann die Entwicklung der 3D-Modelle zum Abschluss kommt, hat Amazon jedoch noch nicht bekannt gegeben.

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Eugen (Redakteur)

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



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