Generali Vitality – Krankenkassen-Tarife durch Fitness-Daten vergünstigen

Der italienische Versicherungskonzern Generali will Kunden mit günstigen Versicherungsrabatten locken, wenn diese ihre Daten per Fitness-Tracker an das Unternehmen weitergeben. Mit dem neuen Programm Generali Vitality können Kunden von Generali Punkte sammeln und die Serviceleistungen wie eine Risikolebenspolice oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung um bis zu 16 Prozent vergünstigen. Dabei wird dem Kunden selbst überlassen, wieviel Daten er an das Unternehmen weitergeben möchte. „Alles ist freiwillig und für alle Kundengruppen unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand“, so Vitality-Chefin Astrid Koida. Wer an dem Programm teilnehmen möchte, der muss bei der Anmeldung einen Gesundheitscheck durchlaufen, bei dem Daten wie Gewicht, Blutzucker und Cholesterinspiegel gemessen werden. Die Angaben werden regelmäßig durch die Daten von Fitness-Trackern überprüft. Bei einem gesunden Lebensstil gibt es Punkte, die man in Rabatte eintauschen kann. Auch der Einkauf von gesunden Lebensmitteln soll belohnt werden. Generali Vitality gibt dafür den Kunden eine gesunde Einkaufsliste vor. Wenn man sich an die Vorgaben hält, dann winken weiter Punkte. Das Programm startet im Juli in Deutschland. Neben den Vorteilen bei der Versicherung gibt es auch Kooperationen mit verschiedenen Onlineshops. So können Kunden bis zu 40 Prozent auf Sportartikel sparen.

Generali Vitality – Krankenkassen-Tarife durch Fitness-Daten vergünstigen

Generali Vitality – Krankenkassen-Tarife durch Fitness-Daten vergünstigen

Die Idee, Versicherungskunden für ihren gesunden Lebensstil zu belohnen, ist nicht neu. Gesetzliche Krankenkassen locken Neukunden schon lange mit Rabatten oder Goodies, wenn ihre Kunden regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Doch das Geschäft mit den Fitnessdaten hat mit Vitality eine völlig neue Dimension erreicht. Datenschützer sehen in dem System ein großes Risiko. Der Kunde gibt über Fitness-Tracker Daten zu fast allen Lebenslagen an die Unternehmen ab. Die Krankenkassen können so ihre Versicherungsnehmer besser analysieren und das Gesundheitsrisiko genauer einschätzen. Ein weiteres Problem sind die hohen Kosten. Damit das Versicherungsunternehmen die Aktivität und Bewegung der Teilnehmer auch korrekt nachvollziehen kann, muss der Kunde bei FitnessFirst angemeldet sein oder sich selbst einen Fitness-Tracker zulegen. Bei den Modellen, etwa vom Branchenprimus Garmin, liegen die Einstiegspreise bei 70 Euro.

Nur anhand des Datenaustauschs können Aktionen wie Generali Vitality umgesetzt werden. Kritiker sehen noch eine weitere Gefahr bei der Arbeit mit persönlichen Daten: Wer sich dazu entschließt, keine privaten Daten zu veröffentlichen, der muss eventuell in Zukunft damit rechnen, durch personalisierte Tarife mit höheren Beiträgen bestraft zu werden, da keine Gesundheitsdaten vorliegen. Das Unternehmen Generali hat erklärt, dass die Kunden bei der Entscheidung, wieviel Daten sie an die Krankenkasse weitergeben möchten, völlig frei sind und keine Bestrafung für eine verweigerte Teilnahme befürchten müssen. Sollten andere Krankenkassen nachziehen und das Modell Erfolg zeigen, dann könnte dieser Vorsatz aber wieder kippen.

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Frank Weyermann
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