Versendung gefährlicher Materialien: Amazon bekommt Ärger mit der US-Flugbehörde

Der Globalplayer Amazon macht sich nur ungern abhängig. Deswegen baut der Online-Riese in diesem Jahr ein eigenes Liefersystem auf, in die Zustellungen per Schiff und Flugzeug eingebunden sind. Allerdings scheint Amazon bei der Versendung gefährlicher Materialien die Vorschriften nur teilweise zu beachten. Nun reagiert die US-Flugbehörde und verhängt eine hohe Geldstrafe.

Anfang dieses Jahres begann Amazon damit, ein eigenes Luft- und Schifffahrtsnetzwerk aufzubauen. Nur wenige Monate später bekommt es Probleme mit der US-Flugbehörde FAA, die gegen den Online-Giganten jetzt eine riesige Geldstrafe verhängt. Rund 350.000 Dollar soll das Unternehmen dafür bezahlen, dass es bei der Versendung gefährlicher Materialien nicht die Vorschriften befolgt hat. Auslöser war ein Zwischenfall in einem Paketzentrum des US-amerikanischen Zustellers UPS, wo neun Mitarbeiter aufgrund Amazons mangelhafter Verpackung in Kontakt mit ätzenden Chemikalien kamen. Nach Angaben der FAA habe Amazon schon mehrmals gegen Zustellungsregeln verstoßen, die für gefährliche Materialien gelten. 21 Mal soll das Online-Unternehmen allein in dem Zeitraum zwischen Februar 2013 und September 2015 negativ aufgefallen sein.Versendung gefährlicher Materialien: Amazon bekommt Ärger mit der US-Flugbehörde

Schlechte Verpackung, keine Notfallinformationen und keine Schulung der Arbeiter

In der Pressekonferenz am Montag gab die US-Flugbehörde bekannt, dass Amazons Schiffsfracht nicht vorschriftsmäßig verpackt gewesen sei. Zusätzlich dazu versäumte das Unternehmen, die Pakete mit den nötigen Notfallinformationen zu versehen. Außerdem wirft die FAA Amazon vor, seine Arbeiter nicht genügend geschult zu haben, wie sie mit gefährlichen Materialien umgehen sollten. Diese drei Regelverstöße sind schließlich der Grund dafür, dass die Geldstrafe so hoch ausfiel. Allerdings haben Unternehmen in den USA die Möglichkeit, mit der Flugbehörde zu verhandeln und dadurch eine Senkung des Betrags zu bewirken. Ob auch Amazon diese Option wählt, steht noch nicht fest. Der Unternehmenssprecher hat sich dazu jedenfalls noch nicht geäußert.

Amazon will Abhängigkeit von Lieferdiensten reduzieren

Die hohe Geldstrafe trifft Amazon zu einem unpassenden Zeitpunkt. Denn der Online-Riese baut derzeit ein eigenes Liefersystem auf, um nicht mehr von Zustelldiensten wie UPS oder FedEx abhängig zu sein. Erst im März gab das Unternehmen bekannt, in Zukunft stärker mit der Air Transport Services Group zusammenarbeiten zu wollen. Diese soll Amazon dazu verhelfen, 20 Flugzeuge des Modells Boeing 767 in Betrieb zu nehmen. Im Mai erwarb es dann 30 Prozent der Atlas Air Worldwide Holding. Dabei besteht der Zweck dieses Geschäfts zum Teil darin, dass Atlas weitere 20 Boeing-Maschinen erwirbt und sie Amazons Lieferdienst zur Verfügung stellt.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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