Integrated Commerce: Zalando gewinnt mit Adidas den ersten Partner

Der vernetzte Handel gilt derzeit als Zalandos größtes Projekt. Nach mehreren Ankündigungen in den letzten Monaten beginnt das Start-up nun mit der Umsetzung. Als ersten Partner integriert der Modehändler einen Berliner Adidas-Store in die eigene Online-Plattform, womit seine Kunden die Möglichkeit bekommen, über die Zalando-App direkt auf dessen Lagerbestände zuzugreifen.

In denen letzten Monaten nahm sich Zalando das Ziel vor, in der Modewelt zu einer Art „Betriebssystem“ zu werden. „Integrated Commerce“ heißt dieses Geschäftsmodell und basiert darauf, dass das Start-up aus Berlin sämtliche Branchenakteure an die eigene Online-Plattform anschließen will. Als ersten Partner konnte das Unternehmen Adidas gewinnen, dessen Berliner Performance-Store ab sofort in Zalandos vernetzten Handel integriert ist. Für Adidas-Liebhaber bedeutet diese Neuerung, dass sie Produkte aus dem stationären Laden über die Zalando-App „ZipCart“ bestellen können. Als Grund für die strategische Partnerschaft gab das Start-up asymmetrische Shopping-Bedingungen an, die in der Modebranche festzustellen seien. Während die meisten Konsumenten online nach Kleidern und Accessoires suchten, befände sich der Großteil dieser Artikel in lokalen Geschäften. Dieses Problem will Zalando durch bessere Vermittlungsarbeit lösen und dafür sorgen, dass digitale Kunden und stationäre Händler zukünftig schneller zueinander finden. Ob das Berliner Unternehmen ein solches „Integrated Commerce“ weiter ausbaut, hängt jedoch von dem gemeinsamen Pilotprojekt mit dem Adidas-Store ab.

Integrated Commerce: Zalando gewinnt mit Adidas den ersten Partner

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Die bestellten Adidas-Artikel kommen noch am gleichen Tag

Das Stichwort dieser strategischen Partnerschaft heißt „Schnelligkeit“. Weil zwischen Bestellung und Lieferung wenig Zeit vergehen soll, bietet die ZipCart-App einen direkten Zugriff auf die Lagerbestände des Adidas-Stores. Wer vor 15.00 Uhr dessen Produkte ordert, erhält die Ware noch an dem selben Tag zwischen 19.00 und 21.00 Uhr. Diese Bestell- und Zustellungspraxis herrschte schon vor Zalandos Zusammenarbeit mit Adidas vor, betraf jedoch nur eine Auswahl der eigenen Produkte. Da Expresslieferungen für den vernetzten Handel aber eine entscheidende Rolle spielen werden, macht sie Zalando momentan nicht nur für Artikel aus dem Adidas-Geschäft möglich, sondern auch für die Produkte des Berliner Acitvewear-Geschäfts „Bodycheck.

Europaweites Netzwerk von Marken und Geschäften

Dass Zalando eine international so renommierte Marke als Partner gewinnen konnte, stimmt das Start-up zuversichtlich. Dies sei der „nächste Schritt auf dem Weg zum vernetzten Handel“, mit dem Zalando den „steigenden Ansprüchen von online- und mobil-affinen Kunden“ gerecht werde. Nach Ansicht des Unternehmens seien diese die eigentlichen Gewinner bei diesem Projekt, weil sie in Zukunft zentral auf sämtliche Modeangebote zugreifen könnten, unabhängig davon, wo sie sich befänden. Ein solches Netzwerk von Marken und Geschäften will Zalando ihnen schon bald in ganz Europa zur Verfügung stellen, wenn das Pilotprojekt den gewünschten Erfolg zeitigt. Dass das Online-Unternehmen auf diese Weise auch zum Torwächter der Branche avancieren und den Modehandel besser kontrollieren will, bringt es jedoch nur ungern zur Sprache. Deswegen sollte allen Kunden bewusst sein, dass Zalandos „Integrated Commerce“ ihnen nicht nur Vorteile beschert.

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Eugen (Redakteur)

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



Kategorien: Andere Unternehmen, Onlinehandel allgemein

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