Volvo liefert Pakete direkt in den Kofferraum

Der Autohersteller Volvo engagiert sich jetzt als Zusteller und bietet einen neuen Service an, von dem bis zum Jahr 2025 Kunden in 200 europäischen Städten profitieren dürfen. Sie sollen ihre Pakete künftig direkt in den Kofferraum des eigenen Volvo-Fahrzeugs geliefert bekommen. Ein ähnliches Projekt verfolgt Amazon, das Volvo mit besseren Konditionen Konkurrenz macht.

Volvo liefert Pakete direkt in den Kofferraum

Volvo liefert Pakete direkt in den Kofferraum

Im E-Commerce sucht man gegenwärtig verstärkt nach neuen Zustellungsformen, um Kunden zufriedenzustellen und ihnen das Online-Shopping noch schmackhafter zu machen. Deswegen versuchen sich derzeit auch Unternehmen als Zusteller, deren Geschäftskonzept eigentlich auf Dienstleistungen anderer Art beruht. Zu ihnen gehört auch der schwedisch-chinesische Konzern Volvo. Das Unternehmen gilt zwar als Autohersteller, bietet jetzt aber einen kreativen Lieferservice an. Seine verkauften Autos nutzt er dabei als Paketstationen, wo die Ware zukünftig innerhalb von zwei Stunden nach der Online-Bestellung ankommen wird. Dafür sollen die Mitarbeiter des schwedischen Start-Ups urb-it sorgen, mit dem Volvo kooperiert. Mit einem individuellen Code holen diese die Pakete beim Online-Händler ab und liefern sie dann direkt in den Kofferraum des Kunden. Noch bietet der Autohersteller diese Zustellungsart lediglich in Stockholm an, doch will er sie im Laufe des Jahres auch in anderen europäischen Städten einführen.

Vernetzung der Volvo-Fahrzeuge macht Zustellung möglich

Der Partner urb-it beschäftigt für den Zustellungsservice hauptsächlich Studenten und Teilzeitkräfte und entlohnt sie pro Lieferung. Diese sollen sich bei der Lieferung auf Volvos Technik stützen. Denn die neuen Volvo-Modelle verfügen über die neue Version des Sensus-Infotainmentsystems und sind daher miteinander vernetzt, sodass der Autohersteller mit dem Kunden-Fahrzeug direkt in Kontakt treten und einen digitalen Schlüssel freischalten kann. Diesen erhält ein urb-it-Mitarbeiter dann bei der Paket-Abholung und kann ihn einmalig nutzen, um die Kofferraum-Lieferung erfolgreich abzuschließen. Volvo bietet seinen Kunden sogar an, ihren persönlichen Lieferanten selber zu wählen. Das ist in dem neuen Service genauso inbegriffen wie die Möglichkeit einer Direktzustellung ins Haus. Großen Wert legt der Autohersteller vor allem auf die Schnelligkeit, weshalb er lediglich für Paket-Zustellungen innerhalb der vorgegebenen zwei Stunden abrechnet. Sollten sie länger dauern, fallen für die Kunden keine Lieferkosten an.

Amazon startete vor einem Jahr ein ähnliches Projekt

Dieses Konzept probierte Volvo bereits in der Weihnachtszeit letzten Jahres aus und arbeitete dabei mit einem schwedischen Logistiker sowie einem Online-Lebensmittelhändler zusammen. Allerdings ließ sich das Unternehmen für die Lieferung mehr Zeit. Das neue Geschäftsmodell fällt daher ambitionierter aus, zumal Volvo das Sortiment lieferbarer Waren vergrößern will. Dieser Ehrgeiz dürfte mit Amazons Konkurrenz-Projekt zusammenhängen, das der Online-Gigant aus Seattle vor einem Jahr startete. Für die Direktlieferung in den Kofferraum suchte er sich die Stadt München aus, wo er mit Audi kooperiert. Seit letztem Mittwoch bietet Amazon diesen Service auch in Berlin an und wirbt damit, dass er die Zustellungszeit des schwedisch-chinesischen Konkurrenten sogar um eine Stunde unterbietet. Dafür fallen dann aber auch die entsprechenden Kosten an.

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Eugen (Redakteur)

Über den Autor

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



Kategorien: Logistik, Versender, Onlinehandel allgemein

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