DHL lässt Kunden den Lieferzeitpunkt selbst wählen

Paketzustellungen stellten in der Vergangenheit ein Problem dar. Viele Kunden konnten die bestellte Ware berufsbedingt nicht persönlich entgegennehmen, sodass sie oftmals wieder beim Absender landete. Das ist schlecht für das Geschäft, weshalb Online-Händler gemeinsam mit Zustellern nach Lösungen suchen. Daran beteiligt sich auch die Deutsche Post DHL, die jetzt ihren Service erweitert und eine flexible Auslieferung anbietet.

DHL lässt Kunden den Lieferzeitpunkt selbst wählen

DHL lässt Kunden den Lieferzeitpunkt selbst wählen

In der E-Commerce-Branche bemühen sich gegenwärtig alle Beteiligten um eine bessere Paketzustellung. Denn die meisten Sendungen kommen meistens dann an, wenn die Kunden nicht zu Hause sind. Oft geht dann die bestellte Ware zurück an den Absender, was Online-Händler und Konsumenten gleichermaßen verärgert. Deswegen arbeiten derzeit viele Zusteller mit Hochdruck an Konzepten, wie sie Paketlieferungen optimieren und genauer auf die Kundenverfügbarkeit abstimmen können. Eine Lösung bietet jetzt die Deutsche Post DHL an. Wer online Produkte kauft, soll in Zukunft selber den Lieferzeitpunkt bestimmen können. Das gab neulich der Post-Paketchef Achim Dünnwald bekannt. Vorgesehen ist ein zweistündiges Fenster, das der Kunde beim Bestellvorgang angeben darf. Allerdings gilt dieses flexible Angebot von Montag bis Samstag in der Zeit zwischen 10 bis 21 Uhr und beschränkt sich derzeit auf die Städte Berlin, München, Köln, Hamburg und das Ruhrgebiet. Erst gegen Ende des nächsten Jahres sollen weitere Städte hinzukommen, in denen Online-Händler aber zunächst bei der DHL den flexiblen Zustellungsservice buchen müssen, damit ihre Kunden ihn dann in Anspruch nehmen können.

Die flexible Zustellung könnte 3 bis 5 Euro kosten

Die Zeitfenster-Option ist nicht neu, sondern existiert als DHL-Service schon seit 2014. Bislang konnten Kunden von ihm in insgesamt 50 Großstädten Gebrauch machen, wenn auch nur in den Abendstunden. Denn das Zustellungsangebot galt ausschließlich für die Zeit zwischen 18 und 20 oder 19 und 21 Uhr. Deswegen handelt es sich bei dem jetzt angekündigten Service um eine Erweiterung, die größere Flexibilität einräumt. Sie könnte aber auch Kosten verursachen. In der Vergangenheit verlangten die Online-Händler noch keine Gebühren für die Zeitfenster-Lieferung. Doch das wird sich aufgrund der nun besseren Bedingungen wohl ändern, wie die DHL vermutet. Der Zusteller geht dabei von Preisen zwischen drei und fünf Euro pro Sendung aus. Wem das zu teuer ist, kann die bestellte Ware aber auch in Paketshops selbst abholen. Diese Alternative möchte die DHL ebenfalls lukrativ machen und ermutigt ihre Kunden, die bundesweit 11.000 Stationen für Selbstabholungen zu nutzen.

Mehr Packstationen, mehr Paketkastenanlagen für Mehrfamilienhäuser

Neben Paketshops sollen des Weiteren Packstationen eine wichtige Rolle in DHLs Kundenservice spielen. Hier landet die Ware nach einer missglückten Zustellung und bleibt sieben Tage lang, bevor sie wieder zurück zum Absender geht. Zurzeit unterhält die DHL deutschlandweit 2750 solcher Packstationen, wobei sich 180 von ihnen allein in der Hauptstadt befinden. Fünfzig weitere sollen dort in den kommenden Monaten den Betrieb aufnehmen. Berlin scheint ohnehin der Ort für Experimente zu sein, wie DHLs neuestes Projekt beweist. Der Zusteller probiert gegenwärtig fünfzig unterschiedlich große Paketkastenanlagen für Mehrfamilienhäuser aus, die so ähnlich wie Packstationen funktionieren und sich nur darin unterscheiden, dass die hier gelandeten Pakete länger als eine Woche liegen können.

Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.



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