Die Möbelkette „Dänisches Bettenlager“ strebt mit Online-Geschäft eine Umsatzverschiebung an

Für den stationären Möbelhandel prognostizieren Experten sehr harte Zeiten. Deshalb ändert die Kette „Dänisches Bettenlager“ ihre Strategie und investiert in das Online-Geschäft. Dass sich die Probleme dadurch nicht verringern, beweisen die schwachen Umsatzzahlen der Konkurrenz.

In Deutschland gerät der stationäre Möbelhandel zusehends unter Druck. Für viele Anbieter ist das Grund genug, ihr E-Commerce-Geschäft auszubauen. Zu ihnen gehört unter anderem die Kette „Dänisches Bettenlager“, die hierzulande der achtgrößte Möbelhändler ist. Diesen Platz verdankt das Unternehmen einem umfangreichen Filialennetz mit deutschlandweit 940 stationären Geschäften. 30 Jahre arbeitete „Dänisches Bettenlager“ an diesem System und konzentrierte sich zunächst auf Gewerbegebiete, während später immer mehr Filialen in den Innenstädten entstanden. Nun will der Möbelhändler auch online stärker Präsenz zeigen, zumal für weitere stationäre Läden kaum Platz zur Verfügung steht. Dabei ist die neue Geschäftsstrategie an große Ambitionen geknüpft: In nur vier Jahren soll sich der Online-Umsatz von derzeit 2 % auf 20 % erhöhen. Das gab Deutschland-Chef Ole Nielsen kürzlich bekannt und warnte zugleich, dass sich dieses Ziel nur auf Kosten des stationären Umsatzes erreichen lässt.

Die Möbelkette „Dänisches Bettenlager“ strebt mit Online-Geschäft eine Umsatzverschiebung an

Die Möbelkette „Dänisches Bettenlager“ strebt mit Online-Geschäft eine Umsatzverschiebung an

Integration der stationären Läden in das Online-Geschäft

Für die anstehenden Herausforderungen ist das „Dänische Bettenlager“ gut vorbereitet. Anders als viele Konkurrenten kann sich das Unternehmen auf eigene Logistikzentren stützen, von denen es seine Online-Kunden in der Zukunft beliefern wird. Ein weiteres entsteht gerade und soll den Zustellungsdienst in Zukunft erleichtern. Darüber hinaus hat der Möbelhändler ein Konzept entwickelt, wie er seine stationären Läden in den Online-Handel integrieren kann. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die City-Filialen, in denen Kunden eine kleine Auswahl des Sortiments finden. Die restlichen Produkte bietet „Dänisches Bettenlager“ ausschließlich online an. Damit Kunden sie aber gleich vor Ort bestellen, stattet das Unternehmen die stationären Läden mit Tablets aus und stellt sie ihnen für das digitale Shopping zur Verfügung. Auf diese Weise soll das Online-Geschäft stärker zum Wachstum des Umsatzes beitragen, der sich bislang mit Hilfe des stationären Handels auf insgesamt 1,024 Milliarden Euro beläuft.

Harter Konkurrenzkampf auf dem Online-Möbelmarkt

Ob „Dänisches Bettenlager“ mit seiner Strategie an die Erfolge im stationären Handel anknüpfen kann, lässt sich angesichts der unübersichtlichen Situation auf dem Online-Möbelmarkt nicht vorhersagen. Noch tun sich die Teilnehmer schwer und kämpfen gegen schwache Absatzzahlen. Am härtesten hat es die Rocket-Internet-Tochter Home24 getroffen, die als reiner Online-Anbieter noch immer rote Zahlen schreibt. Ikea geht es im E-Commerce-Geschäft nicht anders, sodass der stationäre Handel weiterhin für den nahezu gesamten Umsatz sorgen muss. Aufgrund solcher Absatzschwierigkeiten zögert auch Amazon, in dieses Segment zu investieren, während Otto gerade in den Online-Handel mit Möbeln einsteigt, um im Konkurrenzkampf mit dem großen Rivalen aus den USA zu bestehen. Mit Otto drängen zahlreiche Start-Ups auf den Markt und verschärfen zusätzlich den Wettbewerb. Für das „Dänische Bettenlager“ könnte vor allem Bruno Interior zu einem unangenehmen Gegenspieler werden. Das noch junge Unternehmen positioniert sich gerade mit einer selbstentwickelten Matratze, die es ausschließlich über das Internet verkaufen möchte. Um sich Marktvorteile zu verschaffen, muss sich das „Dänische Bettenlager“ deshalb etwas einfallen lassen und vielleicht die Preise weiter senken. Das ist ohnehin ein Trend, der in der Möbel-Branche schon länger anhält.

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Eugen (Redakteur)

Über den Autor

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



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