Alibaba etabliert sich nun auch in der Schweiz

Alibabas Schritte Richtung Europa werden immer größer. Auch in der Schweiz gibt es immer mehr Kunden auf Aliexpress, einer der Marktplätze von Alibaba. Doch, so berichtet blick.ch, haben die günstigen Preise für den Schweizer Zoll einen Haken.

Zahlen der Kreditkarteninstitute zeigen, dass Aliexpress sich auf Wachstumskurs befindet. Nadine Geissbühler, Sprecherin der Kreditkartenfirma Aduno: „Bei Alibaba hat sich das Transaktionsvolumen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.“ Die Cembra Money Bank hat zwischen Januar und Oktober 2015 50.000 Schweizer Deals auf Alibaba gezählt. Das ist ebenfalls mehr als doppelt so viel wie 2014. Etablierte Portale wuchsen in dieser Zeit nur um rund 40%.Alibaba etabliert sich nun auch in der Schweiz

Da AliExpress die Verbraucher direkt mit dem Produzenten in China verbinde, seien die unschlagbar günstigen Preise möglich, so Malte Polzin, Partner und Berater des E-Commerce-Consulters Carpathia. Ferner sei die Auswahl riesig. In der Schweiz könne man nur einen Bruchteil der Waren kaufen. Schweizer Online-Käufer nähmen dafür gerne längere Lieferzeiten und gegebenenfalls Schwierigkeiten bei den Beschwerden in Kauf.

Doch werde mit den Sendungen aus China enorm gemogelt. Laut DHL, Partner der Webseite Alixepress, ist eine Vielzahl der Päckchen aus China und Hongkong falsch deklariert. Bei 95% der Pakete sei der Warenwert zu tief angegeben, so eine interne Quelle. Diese Zahl will DHL zwar nicht bescheinigen, spricht jedoch von einem „Großteil“ der Lieferungen. Oft sei der der Paketinhalt um ein Vielfaches mehr wert als auf dem Päckchen angegeben. Der Unterschied könne mehrere Tausend Franken betragen. Die Besteller haben so die Möglichkeit in der Schweiz anfallende Zollgebühren zu sparen.

Wer dahinter steckt, der Empfänger oder der Absender, ist nicht klar. Man unterstelle in keinem Fall den Schweizer Kunden, den Lieferanten im Ausland zu unwahren Angaben auf Handelsdokumenten anzustiften, so DHL-Sprecherin Margherita Tilotta.

Unter Umständen deklarieren die Chinesen von Haus aus die Pakete zu tief, denn so werden sie preislich noch interessanter. Die Falschangaben bedeuten für Lieferfirmen wie DHL oder die Post sehr viel mehr Arbeit. Sie müssen gegenüber dem Zoll für die Korrektheit der Angaben einstehen. Besteht ein Anhaltspunkt auf eine Falschdeklaration, müssen sie dies nachprüfen. DHL hat extra Mitarbeiter abgestellt, um Falschdeklarationen aufzufinden.

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Ellen (Redakteur)

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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