Gewerkschaft Verdi geht juristisch gegen Zalando vor

Gewerkschaft Verdi geht juristisch gegen Zalando vor

Verdi will Muskeln zeigen

Wie das manager magazin berichtete, zieht Verdi gegen Zalando vor Gericht.  Die Gewerkschaft wirft Zalando vor, bei der Umwandlung des Konzerns in eine Societas Europaea (SE) Mitarbeiter und Gewerkschaft nicht zufriedenstellend beteiligt zu haben. Verdi hat deshalb im August 2015 das Arbeitsgericht Berlin eingeschaltet.

Gegenständlich geht es um die Mitbestimmungsvereinbarung, die bei der Umwandlung eines Unternehmens in eine SE von einem „besonderen Verhandlungsgremium“ verfasst wird. Bei Zalando sei die Wahl und Besetzung des Gremiums gesetzeswidrig abgelaufen. Verdi klagt etwa, dass der Konzern das Personal nicht einwandfrei über die Wahl des Gremiums informiert und keine Gewerkschafter mit einbezogen habe.

Verdi ist der Ansicht, dass die Belange der Mitarbeiter aus diesem Grund nicht ausreichend bedacht worden seien. Zalando hingegen bestreitet die Vorwürfe. Das Unternehmen versichert gegenüber manager magazin, die Mitarbeiter sehr wohl genügend einbezogen und  alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten zu haben.

Verdi Anwalt Friedrich Kühn rechnet mit einem langwierigen Verfahren, denn es handele sich um „juristisches Neuland“. Die Rechtsform SE gebe es erst seit dem Jahr 2004, weshalb Präzedenzfälle fehlten. Für den Fall, dass Verdi sich durchsetzt, müsste Zalando die Mitbestimmungsvereinbarung neu verhandeln.

Seit einiger Zeit schon haben die Gewerkschaft Verdi und Zalando ein eher getrübtes Verhältnis. Verdi kritisiert, dass Zalando Mitarbeiter in seinen Logistikzentren sehr oft nur befristet beschäftige und die Bezahlung jeweils unter den lokalen Tariflöhnen für die Branchen Handel oder Logistik liege.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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