Video-Streaming Markt: Amazon kämpft mit harten Bandagen

Amazon wird, wie bereits berichtet, das Apple TV (und Googles Chromecast) zum 29.10.2015 aus seinem Sortiment nehmen. Damit möchte Amazon  sein Amazon Prime- und sein Instant Video Business schützen, so die Meinung von Alcaraz Research auf seekingalpha.

Klar werde der weltweite Vertrieb des Apple TV den des Amazon Fire-TV übertrumpfen. Doch bedeutungslos ist der Rauswurf trotzdem nicht. Die Bedrohung durch einen Mitbewerber, der sich wenig Gedanken um Hardware-Gewinne macht, ist nicht zu unterschätzen.

Amazon sieht offensichtlich Apples Ehrgeiz ein Video-Streaming-Anbieter zu werden, als eine Bedrohung, die mit aller Macht bekämpft werden muss. Amazon-Boss Jeff Bezos hat deshalb umgehend den Verkauf des Apple TV verboten, um das Wachstum dieses kommenden konkurrierenden Dienstes, der auf die Apple TV-Verkäufe angewiesen sein wird, zu verlangsamen.

Amazon kämpft mit harten Bandagen um den Video-Streaming Markt
Amazon kämpft mit harten Bandagen um den Video-Streaming Markt

Apple hat eine Vielzahl an stationären Läden, mit der Möglichkeit das Apple TV dort zu verkaufen. Aber Bezos kann über Amazon Global auch eine weltweite Marktabdeckung für sein Fire TV erreichen. So versendet Amazons US-Online-Marktplatz derzeit seine Produkte in 75 verschiedene Nationen. Aber Amazon geht es nicht allzu sehr um Hardware Gewinne, sondern um wiederkehrende Online-Shopper und solche, die sich für den Prime Service und damit auch das Streaming-Angebot registrieren.

Apple bietet kein Prime-Angebot wie Amazon an und seinen Streaming-Dienst noch nicht außerhalb von Nordamerika. Trotzdem werden die Fire TV-Verkäufe den der Apple TV Verkäufe nicht schaden. Das könnte sich dann dramatisch ändern, wenn Bezos beschließt, das Video-Streaming Geschäft auf die 75 Präsenz-Länder zu erweitern.

Apple ist das größte, und eines der profitabelsten Unternehmen der Welt und steht in starkem Kontrast zu dem Ertrags-Verhalten Amazons. Allerdings gibt es eine allgegenwärtige Bedrohung durch Amazon: Bezos trifft lieber kamikaze-ähnliche Entscheidungen und hat die Fähigkeit immer sofort bereit zu sein, wenn es darum geht, seinen Marktplatz sowie die Premium-Abo-Dienste zu schützen oder wachsen zu lassen.

Dass Apple aktuell die Nummer eins ist beim Geräte-Verkauf, das stört Jeff Bezos nicht. Viel interessanter ist für ihn wer die meisten zahlenden Abonnenten für den Streaming Video-Service  generieren wird. Dafür wird Amazon wie ein in die Enge getriebener Bär kämpfen, um Apple an einer Wilderei bei seinen aktuellen Amazon Prime- und Instant Video- Abonnenten zu hindern.