Die Anzeichen für einen Amazon Lieferdienst in Deutschland verdichten sich

Die Anzeichen für einen Amazon Lieferdienst in Deutschland verdichten sich

Die Anzeichen für einen Amazon Lieferdienst in Deutschland verdichten sich

Seit Monaten wird massiv darüber spekuliert, in den letzten Tagen haben sich die Anzeichen dafür erhärtet, dass Amazon in Deutschland eine eigene Paketlogistik aufbauen möchte. Bisher werden die Amazon-Bestellungen primär über DHL und Hermes an die Kunden ausgeliefert. Das könnte zukünftig auch über einen eigenen Amazon Lieferdienst geschehen.

Ein Anzeichen dafür ist der Kauf zweier Gesellschaften. Am 10. Juli hat Amazon zwei bereits im Handelsregister eingetragene und mit Stammkapital ausgestattete Gesellschaften gekauft. Der Name und der Unternehmensgegenstand der beiden Gesellschaften weisen deutlich darauf hin, was Amazon in Deutschland plant. Der Name der Unternehmen ist Amazon City Logistik Beta GmbH und Amazon City Logistik Gamma GmbH. Der Unternehmenszweck wird angegeben mit:

 „Erbringung von logistischen Dienstleistungen, insbesondere Transport, Umschlag und Lagerung, und anderen Vertriebsleistungen, einschließlich der damit verbundenen Dienstleistungen“

Verschiedene Logistikkonzepte

Es wird auch bereits nach Mitarbeitern für den Aufbau von lokalen Verteilstationen gesucht. Ein solches System lokaler Verteilstationen wird bereits in Großbritannien genutzt – dort allerdings bisher nur für die Sonntagszustellung und Expresslieferungen.

In Großbritannien, den USA und nun auch in Frankreich können Kunden die bestellte Ware in Amazon Abholstationen, ähnlich der DHL Packstation, abholen.

Amazon Prime-Kunden in größeren amerikanischen Städten können sich über Prime Now ihre Waren innerhalb von einer Stunde liefern lassen.

Welches Konzept in Deutschland verfolgt wird, ist offen. Es wird wohl ähnlich werden wie im Bereich der Briefpost. Der Amazon Lieferdienst wird die dicht besiedelten Ballungsgebiete abdecken und dort auch Zusatzdienste wie Abholung an den Amazonlocker oder die Lieferung binnen weniger Stunden anbieten. Die Lieferungen für die ländlichen, weniger dicht besiedelten Gebiete wird wohl weiterhin durch die klassischen Paketdienste erfolgen.

Mehr Kontrolle und Unabhängigkeit

Die Überlegungen eine eigene Lieferlogistik aufzubauen, sind nicht neu und aus Amazon-Sicht auch konsequent. Wenn ein eigener Lieferdienst derart konsequent aufgesetzt wird, wie beispielsweise der Kundenservice, liegen die Vorteile für das Unternehmen auf der Hand:

  • Unabhängigkeit von Einflüssen von Dritten wie DHL, Hermes.
  • Kontrolle über große Teile der Logistikkette.
  • Volle Kostenkontrolle
  • Einfacherer Aufbau eines Systems zur taggleichen Belieferung

Über die möglichen Konsequenzen für DHL kann man nur spekulieren. In Anbetracht der Tatsache, dass Amazon über das enorme Volumen wahrscheinlich die Preise in die Nähe der Selbstkosten bei den Paketdiensten drückt, dürften die Verluste bei den Ertägen sich in Grenzen halten, bei den Umsätzen wären die Einbussen wohl massiv. Die nötige Grundauslastung bei DHL und Co. ist sicherlich auch nach einem (Teil-)Wegfall des Großkunden Amazon noch vorhanden.  Die Gefahr extremer Vertragsstrafen, die sich beispielsweise darin gezeigt hat, dass Amazon-Pakete beim Poststreik gesondert behandelt wurden, wäre zumindest gebannt.

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Frank

Frank Weyermann
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Kategorien: Amazon, Logistik, Versender

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