Amazon muss an seinen Versandkosten schrauben – doch wie macht man es sinnvoll?

In regelmäßigen Abständen wird eine andere Geschichte darüber publiziert, wie Amazon die steigenden Kosten für seinen Versand in den Griff bekommen möchte. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass Amazon Prime die Zukunft des Unternehmens zu sein schein und der Internetriese wirklich kämpfen muss, dass die Versandkosten die Marge und das Ergebnis nicht auffressen.

Amazon muss an seinen Versandkosten schrauben - doch wie macht man es sinnvoll?

Amazon muss an seinen Versandkosten schrauben – doch wie macht man es sinnvoll?

In 2014 sind die Versandkosten um 31% angestiegen, während das Umsatzwachstum bei 19,5% lag. Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass die Kosten für den Versand nicht weiter anwachsen dürfen, will Amazon das Vertrauen seiner Investoren nicht verlieren.

Unter der Vielzahl von Möglichkeiten im Umgang mit dem Thema will Amazon einen Lieferservice vom Typ Uber anbieten, bei dem Privatpersonen die Bestellungen ausliefern. Die aktuellen Auslieferdienste seien die Ursache für das Problem in Bezug auf höhere Kosten, sodass Amazon dahingehend Schritte unternimmt, um mit dem Thema zu seinen eigenen Bedingungen umzugehen. Es bleibt abzuwarten, ob die Strategie sich wirklich umsetzen lässt. Auf den ersten Blick hätte die Möglichkeit Privatfahrer einzusetzen, wohl den größten Einfluss auf eine Kostenreduzierung. Unmöglich ist die Vorstellung nicht, dass Amazon zukünftig diesen Lieferservice tatsächlich testen wird.

Es scheint so, dass Amazon um profitabel wirtschaften zu können, außerhalb der üblichen Vertriebskanäle agieren muss, um dieses Ziel zu erreichen. Die andere Möglichkeit wäre, den Preis für seine Produkte und Dienstleistungen zu erhöhen, einschließlich der Kosten für die jährliche Amazon Prime-Mitgliedschaft. Das aber wird wahrscheinlich nicht geschehen, da erst im vergangenen Jahr der Preis für die Prime-Mitgliedschaft erhöht wurde. Die Verbraucher würden wahrscheinlich bei einer weiteren Preiserhöhung rebellieren.

Zusammen mit dem Service, bei dem Privatleute Pakete für Amazon ausliefern, gibt es noch andere Lieferoptionen wie Fahrradkuriere in größeren Städten, Drohnen, USPS Lieferungen an Sonntagen, Lieferungen in den Kofferaum oder die taggleiche Auslieferung von Lebensmitteln bei Amazon Fresh. Amazons Lieferstrategie wird in jedem Fall facettenreich sein, mit einer Vielzahl von Lieferoptionen auf der ganzen Welt.

Da die Versandkosten so schnell angestiegen sind, gibt es keinen Zweifel daran, dass einer der Gründe, warum Amazon laut über andere Strategien nachdenkt, auch als Druckmittel für die traditionellen Lieferservices anzusehen ist. Amazon wird wohl weiterhin DHL, Hermes, UPS, FedEx und andere nutzen, aber es wird nicht auf dem momentanen Level passieren.

Es gibt eine Menge von Zahlen, um wie viel höher die Ausgaben von Prime Mitgliedern im Vergleich zu Nicht-Prime-Mitglieder sind, doch genaue Daten gibt es nicht. Ein Fakt ist jedoch eindeutig: Amazon Prime Mitglieder verbringen mehr Zeit als Nicht-Prime-Mitglieder auf der Plattform und Amazon müsste hier einen Weg finden, um daraus ein profitables Geschäft zu entwickeln.

Amazon muss an seinen Versandkosten schrauben – doch wie macht man es sinnvoll? was last modified: by

Ähnliche Beiträge

Amazon und Logistik-Dienstleister suchen für Weihnachtsgeschäft so viele Saisonarbeiter wi... Im Herbst stehen viele Logistik-Dienstleister vor großen Herausforderungen. Sie müssen sich auf das Weihnachtsgeschäft gut vorbereiten und brauchen zusätzliche Mitarbeiter. Mit steigendem Online-Konsum wächst auch das Paketvolumen von Jahr zu Jahr. Um es zu bewältigen, wollen die Zusteller in Deutsc...
Amazon übernimmt nun auch in Bonn die Paket-Zustellung selbst Amazon Logistics startete 2015 in der Nähe von München. Später kamen Berlin und das Ruhrgebiet hinzu. Der Internet-Riese macht sich allmählich unabhängig von den traditionellen Zustellern. In Bonn, der Heimatstadt der Deutschen Post, liefert er jetzt zum Teil selber Pakete aus. Dennoch arbeiten beid...
Amazon-Fresh-Start in Berlin: DHL übernimmt die Lebensmittel-Lieferung Amazon Fresh steht kurz vor dem Start. Erwartungsgemäß soll er in der Hauptstadt erfolgen, wo für den Internet-Riesen aus Seattle der Logistik-Dienstleister DHL die Zustellung übernehmen wird. Dieser bringt in der Lebensmittel-Auslieferung große Erfahrungen mit und bietet daher gleich zwei Versandmö...
Amazon findet Partner für Garagen-Zustellung Wie müsste eine Zustellung aussehen, damit Kunden ihre Pakete erhalten, auch wenn sie sich nicht zu Hause befinden? Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit Logistik-Dienstleister und Online-Händler. Eine Lösung bietet der Internetriese Amazon an, der die bestellte Ware direkt in die Garagen der E...
Amazon testet Paketstationen an Shell-Tankstellen Einen eigenständigen Paketdienst aufzubauen, ist derzeit eines der größten Ziele von Amazon. Um es zu erreichen, stellt der Online-Händler seit Herbst letzten Jahres mehrere Paketautomaten in den deutschen Großstädten auf. Momentan kooperiert er mit dem Ölkonzern Shell, an dessen Tankstellen er sein...
Der Onlinehandel wäre noch erfolgreicher, wenn… Der Onlinehandel wächst überproportional und erfreut sich großer Beliebtheit beim Verbraucher. Sowohl die internen Zahlen des BVOH als auch die des Statistischen Bundesamtes* sprechen dabei eine deutliche Sprache. Das Statistische Bundesamt geht von einer Steigerung des Internet- und Versandhande...

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

Beitrag teilen:


Kategorien: Amazon, Logistik & Versender, Onlinehandel allgemein

Schlagworte:, , , , ,