Die Kamera ist tot, es lebe das Smartphone

Manch einem geht die Dauerpräsenz von Smartphones und Tablets inzwischen gehörig auf die Nerven. Das trifft möglicherweise auch auf die Kamerahersteller zu, denen Anbieter mobiler Devices zunehmend das Leben schwer machen. Einer aktuellen Erhebung des E-Commerce Marktresearch-Unternehmens metoda zufolge laufen Smartphones herkömmlichen Fotokameras nämlich den Rang ab. Die Hersteller orientieren sich am Bedarf der Kunden und statten ihre mobilen Endgeräte mit immer besseren Kameras aus. Für viele Nutzer sind zusätzliche Kameras überflüssig, zumal das Handy bereits ständiger Begleiter ist.

Smartphones stellen Spezialisten in den Schatten

Auch wenn die Bedeutung von Tablet-PCs in der jüngeren Vergangenheit schon wieder etwas abnimmt, die Relevanz mobiler Endgeräte hat seit 2013 im Vergleich zu Kameras enorm zugenommen. Insbesondere für Handys ohne Vertrag gilt: Sie spielen bei den Kaufentscheidungen der Konsumenten eine immer größere Rolle, wobei der Launch des iPhone 6 im Herbst 2014 einen zusätzlichen Schub gebracht hat. Auf Platz zwei rangieren seit rund eineinhalb Jahren Tablet-PCs, die zu Weihnachten 2013 einen enormen Boom erlebten.

Größte Verlierer sind der Relevanzanalyse von metoda zufolge Systemkameras, bei denen sich die Gunst der Nutzer am schlechtesten entwickelt hat (siehe Abbildung 1). In den Folgemonaten verlor dieser Gerätetyp deutlich an Bedeutung, inzwischen spielen Systemkameras die geringste Rolle unter allen untersuchten Geräten. Etwas besser, aber immer noch deutlich schlechter als Smartphones und Tablet-PCs, schneiden digitale Kompakt- sowie digitale Spiegelreflexkameras ab. Doch auch bei diesen Gerätetypen ist ein klarer Verfall der Martrelevanz zu beobachten.

Die Relevanz von Smartphones, Tablets und verschiedenen Kameratypen

Die Relevanz von Smartphones, Tablets und verschiedenen Kameratypen

Samsung deklassiert das Verfolgerfeld

Unangefochtener Chef im deutschen Markt der Smartphone-Hersteller selbst ist Samsung. Der Platzhirsch kam in den Monaten März und April 2015 auf einen Marktanteil von 46 Prozent – und generierte damit fast so viel Kaufinteresse wie die fünf stärksten Herausforderer zusammen (siehe Abbildung 2). Erster Verfolger des südkoreanischen Konzerns ist Apple. Doch selbst der iPhone-Hersteller generiert mit 20 Prozent nicht einmal halb so viele Marktanteile wie Samsung. Dahinter folgt Sony als dritter Anbieter mit einem zweistelligen Marktanteil, während Nokia, Huawei, Blackberry, HTC, LG und Motorola allesamt an der 10-Prozent-Hürde scheitern.

Marktanteile der Top Smartphone-Hersteller in Deutschland

Marktanteile der Top Smartphone-Hersteller in Deutschland

Apples iOS pirscht sich heran

Eine Betrachtung der mobilen Betriebssysteme zeigt darüber hinaus, dass Apple in diesem Bereich etwas weniger Bedeutung hat als bei den Devices: Der US-Konzern kam im März 2015 auf einen Marktanteil von 18,3 Prozent. Allerdings ist der iPhone-Hersteller auf dem Vormarsch. Denn im Vergleich mit dem März des Vorjahres konnte iOS um drei Prozentpunkte zulegen. Damit bleibt Android zwar weiterhin unangefochtener Spitzenreiter mit 71,3 Prozent (siehe Abbildung 3), Apples Betriebssystem hat dem Führenden allerdings Marktanteile abgeknöpft und den Abstand um insgesamt 8,7 Prozentpunkte verringert. Ebenfalls ein wenig zulegen konnte das mobile Betriebssystem von Windows, das im März 2015 auf 8,7 Prozent kam (2014: 6,6 Prozent). Blackberry rangiert mit 0,8 Prozent auf Platz vier (2014: 0,5 Prozent).

Marktanteile der mobilen Betriebssysteme Android und iOS im Jahresvergleich

Marktanteile der mobilen Betriebssysteme Android und iOS im Jahresvergleich

Für die Erhebung wertete metoda Nachfrageindikatoren aus Preissuchmaschinen und Online-Marktplätzen in Deutschland aus. Da Preisvergleichsdienste bei der Recherche vor einem Produktkauf und Online-Marktplätze direkt beim Kauf eine wesentliche Rolle spielen, sind die Daten auch als ein Gradmesser für den tatsächlichen Erfolg von Produkten beziehungsweise einer Marke anzusehen. Grundlage der Auswertung waren Daten, die zwischen April 2013 und Juni 2015 erhoben wurden.

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Frank Weyermann
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