Die eBay-Aktie scheint momentan nicht attraktiv

Da der Spin-Off von PayPal näher rückt, wird immer deutlicher, dass eBays beide Unternehmenszweige, die Marktplätze und der Bezahldienst, sehr unterschiedliche Wachstumskurven aufweisen. Das eBay Kerngeschäft wird voraussichtlich ein schwaches Wachstum liefern. Ist es dann noch eine gute Idee eBay-Aktien im Depot halten?

Die eBay-Aktie scheint momentan nicht attraktiv

eBay war einst das „Go-to-Ziel“ für Online-Shopping. Zu einen Teil, weil es zum damaligen Zeitpunkt nicht sehr viel Konkurrenz hatte. Diese Situation hat sich dramatisch verändert. Mittlerweile kommen durch die Explosion des E-Commerce in Amerika, aber auch weltweit, die Mitbewerber aus allen möglichen Richtungen. Gleichzeitig sind die Verbraucher auch immer weniger bereit, sich mit dem eBay-Auktionssystem auseinander zu setzten und erstehen ihre Produkte lieber sofort.

Das spiegelt sich auch in dem relativ schwachen Umsatzwachstum in den letzten Jahren wider. Im jüngsten Quartalsbericht des Unternehmens fiel der Umsatz für das Segment „Marketplace“ zum ersten Mal seit 2009. Auch der Ausblick der eBay-Verantwortlichen auf die kommenden Quartale ist nicht besonders ermutigend. Für 2015 und 2016 wird ein Umsatzwachstum im Bereich von 0% bis 5% erwartet. Während für den gesamten E-Commerce nach eMarketer, einem bekannten Marktforschungsunternehmen, ein Wachstum von 15,6% im Jahr 2015 und 13,1% im Jahr 2016 vorhergesagt wird.

Auch der Ausblick der eBay-Verantwortlichen auf die kommenden Quartale ist nicht besonders ermutigend

Auch der Ausblick der eBay-Verantwortlichen auf die kommenden Quartale ist nicht besonders ermutigend

Die Schwäche bei den Marktplätzen wurde von vielen Investoren vermutlich erwartet, da die Vorhersagen für dieses Segment nicht besonders hoch waren. Was nicht zu erwarten war, war der Einschnitt in der PayPal-Free-Cash-Flow-Prognose: Es wird prognostiziert, dass der PayPal-Free-Cash-Flow im Bereich von  1,6- 1,8 Milliarden US-Dollar liegen wird und damit etwa 100 Millionen US-Dollar niedriger als bisher erwartet, da das Unternehmen nun über mehr Transparenz darüber verfügt, wieviel die Trennung kosten wird. Die Annahmen für das Umsatzwachstum jedoch, waren mehr oder weniger im Einklang mit Schätzungen: Sie liegen für das Jahr 2015 bei etwa 15%-18% bei konstanten Wechselkursen.

Ein Piper Jaffray-Analyst warnte, dass PayPal nach der Abspaltung gesteigertem Wettbewerb gegenübersteht. Doch die Aussichten für PayPal sähen immer noch sehr viel besser aus als die des Marktplatz-Business.

Momentan ist das eBay Marktplatz-Segment aufgrund seiner schwachen Wachstumsaussichten nicht unbedingt ein attraktives Unternehmen hinsichtlich eines Aktien-Kaufs, so Daniel James. Investoren sollten besser bis nach der Spaltung abwarten und dann entscheiden.

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Ellen (Redakteur)

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



Kategorien: Börse, Quartalszahlen

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