Amazon ändert sein Steuermodell – aber wird der deutsche Fiskus daran verdienen?

Amazon und andere große internationale Unternehmen sind lange schon im Visier der Steuerbehörden. Die Konzerne versuchen Steuern zu sparen, indem sie unter anderem Niederlassungen in Luxemburg eröffnen.

Amazon ändert sein Steuermodell - aber wird der deutsche Fiskus daran verdienen?

Amazon ändert sein Steuermodell – aber wird der deutsche Fiskus daran verdienen?

Amazon zog im Jahr 2005 nach Luxemburg. Der Grund: Steuerersparnis. Das gesparte Geld wird in den Ausbau des Unternehmens investiert. Onlinemarktplatz.de berichtete bereits 2012 über Amazons Steuergeflecht.

Nun jedoch hat Amazon sich einem neuen Steuermodell zugewandt, das der Konzern nicht nur in Deutschland und Großbritannien anwendet, sondern ebenfalls in Italien und Spanien – Frankreich soll folgen.

Nach eigenen Angaben geht Amazon in immer mehr europäischen Nationen dazu über, Gewinne im entsprechenden Land zu versteuern. Seit dem 1. Mai 2015 gilt das neue Modell schon in Deutschland und Großbritannien. Auch die Umsätze in Spanien und Italien werden inzwischen direkt vor Ort verbucht und nicht mehr in der Steueroase Luxemburg.

Die Einführung des neuen Modells könnte mit einer Prüfung der EU-Kommission zusammenhängen. Die Kommission untersucht aktuell, ob das Luxemburger Steuermodell von Amazon rechtmäßig war oder ob es sich um Wettbewerbsverzerrung handelt. Das Prüfverfahren gegen Amazon werde auch trotz der umgestalteten Steuerpraxis des Unternehmens fortgesetzt heißt es. Daneben hat die EU-Kommission unter anderem auch die Steuerdeals zwischen Starbucks und den Niederlanden sowie Apple und Irland im Auge.

Inwieweit sich das neue  Amazon Steuermodell für das deutsche Finanzamt lohnt ist nicht klar.

Inwieweit sich das neue Amazon Steuermodell für das deutsche Finanzamt lohnt ist nicht klar.

Inwieweit sich das neue  Amazon Steuermodell für das deutsche Finanzamt lohnt ist nicht klar.

Die wichtigste Unternehmenssteuer in Deutschland ist die Körperschaftssteuer. Sie ist nicht auf den Umsatz, sondern auf den Gewinn ausgerichtet. Die Amazon-Gewinne waren aber in der Vergangenheit sehr gering, da das Unternehmen seine Einnahmen meist sofort wieder in den Konzern steckt.

Amazon steigerte zum Beispiel seinen Umsatz in Q1/2015 um 15%, fuhr aber gleichzeitig erneut Verluste ein. Amazon Deutschland hat 2014 Waren im Wert von rund elf Milliarden Euro veräußert. Ob dabei steuerpflichtige Gewinne anfielen, dazu äußert sich Amazon nicht.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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