Wie aktiv sind deutsche Händler in Social-Media-Netzwerken? Teil 2: Twitter

Der erste Teil des Beitrages über die Aktivitäten deutsche Händler in Social-Media-Netzwerken hat sich mit der allgemeinen Frage beschäftigt, warum Nutzer Unternehmen in den sozialen Netzwerken folgen, welche Social-Media-Kanäle wichtig für den Einzelhandel sind und die Facebook-Nutzung der Top-Stationärhändler Deutschlands.

Nun werfen wir einen Blick auf die Nutzung von Twitter

Die Erfinder des Hashtags finden in Deutschland erst langsam Anklang. Obwohl so gut wie jeder den Namen des sozialen Netzwerks mit dem Vogel im Logo kennt, ist die Anzahl derer, die täglich einen Tweet absetzen, eher gering einzuschätzen. Ein Tweet darf maximal 140 Zeichen umfassen und lässt Nutzer Kurznachrichten in Echtzeit verfassen und verfolgen. Offizielle Zahlen von Twitter zur Anzahl der Nutzer in Deutschland gibt es leider nicht; die geschätzten Nutzerzahlen werden auf eine bis zehn Millionen User beziffert.

Wie aktiv sind deutsche Händler in Social-Media-Netzwerken? Teil 2: Twitter

Twitters Vorzüge sind, Trends schnell zu erkennen. Nutzer verwenden dafür die sogenannten Hashtags; dies ermöglicht ein gemeinsames Diskutieren über ein bestimmtes Thema, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Es kann also durchaus Sinn machen, an bestimmten Trends zu partizipieren. Berühmtes Beispiel des vergangenen Jahres war die sogenannte ALS Ice-Bucket-Challenge, bei der nicht nur Promis Eiskübel über sich ergossen haben, um anschließend für ALS-erkrankte Menschen zu spenden. Ein anderes Beispiel: Das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien zwischen Deutschland und Argentinien mit dem Hashtag “#GERARG” erreichte die weltweit meisten Tweets zu einem Sportereignis und stellte einen neuen Rekord auf.

Obwohl es keine genauen Nutzerzahlen für Twitter in Deutschland gibt, lässt sich durchaus sagen, dass Twitter hierzulande am häufigsten von Medienvertretern, Online-Marketern oder technikaffinen Menschen besucht wird, um Trends aufzuspüren. Twitter ist, zumindest bei uns in Deutschland, demnach eher B2B-orientiert.

Twitter-Nutzung der Top-Stationärhändler

Auch bei Deutschlands Top-Stationärhändlern wird Twitter nur sporadisch verwendet, wie unsere Untersuchung zeigt. Reaktionen auf Tweets der Unternehmen fallen sehr gering aus. Lediglich acht favorisierte Tweets erhalten die Unternehmen durchschnittlich von ihren Followern. Auf Kundenanfragen wird gerade einmal zu mageren 19 Prozent eingegangen. Die Untersuchung ergab zudem, dass es kaum Unternehmen gibt, die regelmäßig Bilder tweeten. Dabei empfiehlt sich visueller Content, weil er die Reichweite um ein vielfaches erhöhen kann.

Gutes Potential auf Twitter für deutsche Einzelhändler

Das Twitter tendenziell B2B-orientiert ist, bedeutet jedoch nicht, dass man hier nicht auch Kunden erreichen kann: Die Elektronikkette SATURN macht es vor und lässt seinen Werbebotschafter “Tech-Nick” nutzerfreundlichen und abwechslungsreichen Content auf Twitter präsentieren. Dies wird denn auch entsprechend von den Usern honoriert. Knapp 100 000 Follower kann Tech-Nick bereits zählen. Durchschnittlich sechs Posts pro Woche genügen bereits, um 130 Favorisierungen zu erhalten. Es können somit mehrere Hundert Kunden mit einem Tweet erreicht werden. Eine gute Idee empfiehlt sich nicht zwingend nur für den B2B-Bereich, sondern auch für Endkonsumenten.

Im dritten Teil am 02.06. werden wir die Nutzung von Instagram genauer betrachten.

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Frank Weyermann
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Kategorien: Onlinehandel allgemein

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