eBay und AliExpress versäumen es gefälschte Speichermedien zu sperren

Laut heise.de schaffen es weder AliExpress noch eBay, Angebote mit augenscheinlich gefälschten Artikel zu sperren. Über gefälschte Flash-Speichermedien hat heise in der aktuellen c’t 11/15 und vor 3 Wochen schon auf heise online berichtet. Auch die Handelsplattformen AliExpress.com und eBay.de wurden von heise informiert. Dennoch sind gefälschte USB-Sticks mit angeblich 2 Terabyte Kapazität und Micro-SD-Karten mit 512 GByte immer bei bei beiden Plattformen zu finden.eBay und AliExpress versäumen es gefälschte Flash-Speichermedien zu sperren

AliExpress hat zwar jene Angebot gesperrt, die c’t der Pressestelle konkret benannt hat, nicht aber viele ähnliche, teils fast identische Imitate. eBay hat es laut heise noch nicht einmal geschafft, alle konkret benannten Fälschungen zu sperren.

Kenner der Flash-Technik schöpfen bei den genannten Angeboten direkt Verdacht, da bislang kein ernsthafter Hersteller solche Medien herstellt. Bei den Micro-SD-Karten wohl, weil es bis dato unmöglich ist, denn die für 512 GByte aktuell erforderlichen NAND-Flash-Chips passen nicht in das Format einer Micro-SD-Karte. Und der „größte“ USB-Stick fasst gegenwärtig 1 TByte zum Preis von 900 Euro und besitzt ein sehr viel größeres Gehäuse als die zweifelhaften Angebote auf AliExpress und eBay.

Natürlich sind weder die Hersteller der echten Produkte, noch die Handelsplattformen für Produktfälschungen verantwortlich. Die Probleme allerdings sind langer Zeit bekannt und das deutsche Markenrecht sieht bei professionellen Händlern, die Plagiate anbieten, empfindliche Strafen vor. Journalisten bekommen auf Rückfragen und Hinweise zum Thema oft nur Standard-Antworten.

Im c’t-Labor haben sich alle bei AliExpress erworbenen Flash-Fälschungen auch als solche herausgestellt. Von den 2-TByte-Sticks konnte das Testprogramm H2testw lediglich 6,8 beziehungsweise 7,4 GByte nutzen. Bei den Micro-SD-Karten, die unter den Marken SanDisk und Samsung firmierten, waren die Resultate ähnlich.

Wer die auf der Rückseite der mutmaßlichen Samsung-EVO-Karte aufgedruckte Typenbezeichnung googelt, landet als erstes auf einer Webseite, die vor gefälschten 64-GByte-Karten bei eBay warnt. Die mit weniger als 200 GByte sind jedoch schwerer zu enttarnen, weil es Micro-SD-Karten mit bis zu 128 GByte und bald auch 200 GByte tatsächlich gibt. Bei normal großen SD-Karten sind auch 512 GByte möglich. Die Experten von heise.de raten, Flash-Medien wie USB-Sticks und SD-Karten direkt nach dem Kauf zu kontrollieren, etwa mit H2testw.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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