idealo gibt Tipps zu Sonderangeboten: Wie man diese erkennt – und selbst findet

In stationären Geschäften sind es die großen „SALE!“-Schilder, im Web-Shop prominent platzierte Angebote: Winkt ein hoher Preisnachlass, ist die Kauflust bei vielen Konsumenten am größten und der Entscheidungsprozess kurz. Es wird sofort gekauft, ohne zu wissen, ob das feilgebotene Sonderangebot tatsächlich so besonders ist. Und in der Tat steckt hinter dem angeblichen Schnäppchenpreis oft keine große Ersparnis. Häufig ist der Rabatt nicht nachvollziehbar, etwa weil intransparente Alt-Preise zugrunde liegen. Das können einesteils nicht mehr gültige Preisempfehlungen der Hersteller sein (Beispiel saisonale Artikel)oder vorherige, individuelle Verkaufspreise des Händlers. Letzteres ist für Kunden auf jeden Fall deutlicher, denn der beworbene Rabatt bezieht sich auf den Preis, den der Kunde zuvor wirklich hätte bezahlen müssen.

Als Vergleichspreis ziehen Händler oft die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (UVP) heran. Diese ist ein vom Hersteller berechneter Preis, der jedoch kein verbindlicher Verkaufspreis für den Händler darstellt. Dieser Preis darf kein willkürlicher sein, sondern muss als angemessener Verbraucherpreis ermittelt worden sein. Besonders im hart umkämpften Wettbewerb mit Unterhaltungselektronik kommt diese „UVP“ aber selten zum Zuge. Meist werden Produkte – zum Teil deutlich – unter der Preisempfehlung gehandelt.

Deshalb ist es auch umstritten, wenn etwaige Preisnachlässe auf den UVP bezogen werden, der ohnehin selten als Kaufpreis verlangt wird. Ein bekanntes Beispiel für diese Preispolitik ist Amazon.de:

  • es werden UVPs angegeben (sofern vorhanden),
  • ein hauseigener (Verkaufs)Preis sowie
  • ein Rabatt, der die Differenz beider Beträge anzeigt.

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So wird etwa ein populäres Smartphone wie das Samsung Galaxy S5 mit vermeintlichen 26% Rabatt beworben. Dabei handelt es sich jedoch um den Standardpreis und nicht etwa um Aktionsware.

Der gut informierte Verbraucher kann sich diesen rechtmäßigen Werbetricks entziehen, indem er nachfolgende Tipps beachtet, die sich für den Kauf vor Ort als auch online nutzen lassen:

Tipp 1: Preise vergleichen – zu Hause als auch unterwegs
Wer im Geschäft oder in einem Web-Shop einen auf den ersten Blick niedrigen Preis findet, sollte vor dem Kauf Vergleichsangebote einholen. Über Internet-Preisvergleichen wie idealo geht das binnen weniger Sekunden. Das Wunschobjekt wird in die Suchmaske eingegeben oder über die Kategorieauswahl gefunden. Man erhält eine Übersicht vieler Online-Shops, die das Produkt führen, sortiert nach dem günstigsten Angebot. Von unterwegs kann man hierfür eine Smartphone-App nutzen. So kann der Kunde auch vor Ort im Geschäft vermeintliche Schnäppchen enttarnen. Ferner zeigen viele Vergleichsportale ebenso die Preisentwicklung an. Der interessierte Käufer erkennt direkt, ob der Artikel in der Vergangenheit günstiger oder teurer geworden ist.

Tipp 2: Unterschiedliche On- und Offlinepreise prüfen

Viele stationäre Händler und Einzelhandelsketten haben mittlerweile einen Online-Shop. Manchmal werden die gleichen Produkte im Netz preiswerter angeboten, da die Händler die niedrigeren Kosten für online verkaufte Waren an ihre Kunden weitergeben. Hier empfiehlt es sich, den Händler auf den niedrigeren Internetpreis anzusprechen. Normalerweise wird der Preis im Geschäft dann aus Kulanz an den Internetpreis des eigenen Web-Shops angepasst. Geht der Händler auf dieses Anliegen nicht ein, kann der Kunde den günstigeren Artikel online bestellen und eventuell sogar zur Abholung in die Filiale vor Ort schicken lassen (click&collect). Achtung: Wenige Händler berechnen hierfür die herkömmlichen Versandkosten.

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Mit dem Barcode-Scanner der idealo App lassen sich Produkte einfach suchen und dessen Preise vergleichen

 


Tipp 3: Preise im EU-Ausland im Blick haben

Wer online kauft, kann dies ebenso im Ausland tun. So lassen sich Schnäppchen in anderen Ländern schlagen oder Waren ordern, die hierzulande vielleicht gar nicht erhältlich sind. Mode, Haushaltswaren, Designartikel und sogar Filme können im EU-Ausland günstiger sein. Teilweise handelt es sich sogar um die identischen Produkte mit deutschen Anleitungen.

Gut zu wissen: Es gilt ein EU-weites Widerrufsrecht für Online-Bestellungen und Ware, die nicht gefällt, können binnen 14 Tagen nach Erhalt ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Während viele deutsche Händler hierfür die Retourekosten übernehmen, müssten die Versandkosten ins EU-Land in der Regel selbst beglichen werden.

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Tipp 4: Gutscheine nutzen
Im Internet gibt es zahlreiche Gutscheinportale. Hier lassen sich Coupons finden, mit denen sich zusätzlich sparen lässt. Meist sind diese Gutscheine ab einer bestimmten Bestellsumme gültig und nur einmal einlösbar. Viele davon können auch nur von Neukunden genutzt werden. Hin und wieder belohnen Online-Shops auch die Anmeldung für den hauseigenen Newsletter. Hier werden oft fünf bis zehn Euro gewährt.

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Tipp 5: Mails mit individuellen Angeboten erhalten
Wer sich bei einem Web-Shop angemeldet und/oder sich für dessen Newsletter registriert hat, wird in der Regel persönliche Angebote per E-Mail erhalten. So weisen Händler auf bestimmte Aktionen hin oder verschenken sogar individuelle Rabatte. Das geschieht oft, wenn für eine gewisse Zeit nichts mehr beim Online-Shop bestellt wurde.

Tipp 6: Mit dem Kauf von „B-Ware“ sparen
Bei Internet-Bestellungen werden noch immer viele Artikel zurückgeschickt. Oft sind diese nicht ausgepackt. Häufig lassen sie sich aufgrund kleiner optischer Mängel nicht mehr als klassische Neuware veräußern. Bei sogenannten Rückläufern können Verbraucher viel sparen. Amazon verkauft solche Produkte als eigene „B-Ware“-Marke Warehousedeals, aber jüngst sind Anbieter wie Cyberport auf diesen Zug aufgesprungen.

Gut zu wissen: Händler dürfen unter bestimmten Voraussetzungen die gesetzliche Gewährleistungsfrist von 24 auf 12 Monate für gebrauchte Ware verkürzen, müssen aber darauf aufmerksam machen. Fehlt etwa nur die Originalverpackung oder ist diese beschädigt (klassische B-Ware), rechtfertigt dies noch keine grundsätzliche Einschränkung der Gewährleistung.

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Durch den Kauf von gebrauchter oder zurückgesendeter Ware lässt sich ebenfalls sparen. (Screenshot Cyberport.de)

Tipp 7: An Internet-Schnäppchentagen sparen

Inzwischen gibt es unzählige Tage und Wochen, an denen viele Online-Shops komplett auf Angebote setzen(Black Friday,Cyber Monday, Schnäppchen-Dienstag). Meist sind die Kontingente der herabgesetzten Produkte aber gering, sodass hier gilt: Schnell sein.

Natürlich gilt besonders an diesen Tagen: Vorsicht! Nicht jedes Schnäppchen ist im Vergleich mit dem Gesamtmarkt eines. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass sich an solchen Tagen sparen lässt, ist vergleichsweise hoch.

Tipp 8: Antizyklisch kaufen kann sich lohnen
Einer der ältesten Kauftipps überhaupt: Wer kann, sollte gewisse Produkte antizyklisch kaufen. Wer also bereits im Winter neue Sommerreifen einlagern kann, spart in der Regel mehr, als wenn er das Produkt kauft, wenn es alle benötigen. Aufgrund des starken Wettbewerbs, hält sich das Einsparpotential – vor allem im Internet – heutzutage aber in Grenzen.

Tipp 9: Wenn es nicht eilt: Preise beobachten (lassen)
Onlinepreise sind sehr dynamisch, so kann sich der Preis eines Produkts am Folgetag – oder sogar von der einen zu anderen Minute – massiv ändern. Wer sparen will, ist daher immer gut beraten, wenn er sich etwas Zeit bis zum Kauf lassen kann. Viele Web-Shops bieten Merkzettel an, auf denen sich Produkte speichern lassen. Auf manchen ist auch die Preisentwicklung seit dem Speicherzeitpunkt zu erkennen. Auf dem Preisvergleichsportal idealo steht ein Preiswecker zur Verfügung. Hier lässt sich für fast jedes Produkt ein fester Betrag festlegen. Wird dieser erreicht, erhält der interessierte Käufer automatisch eine E-Mail, dass sein Wunschpreis erreicht wurde. Auch dieses Konzept verfolgen manche Online-Händler wie etwa Cyberport.

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Manche Web-Shops und Vergleichsportale zeigen den Preisverlauf. Das erleichtert die Kaufplanung. (Screenshot computeruniverse.net)

Tipp 10: Für Schnäppchenjäger: Spezielle Portale nutzen
Für besonders ambitionierte Preisjäger gibt es Portale wie mydealz.de. Hier werden, zumeist von Verbrauchern selbst, Angebote eingesendet, über welche die Nutzer selbst gestolpert sind. Meist handelt es sich dabei um nur kurzfristig erhältliche Schnäppchen, sodass ein häufiger Besuch dieser Portale Pflicht ist, um das ein oder andere Angebot zu ergattern.

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Ellen (Redakteur)

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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