Amazon versus Wal-Mart: Ein Wettlauf um Marktanteile und Preise

Obwohl der Internet-Handel schon seit langem ein hart umkämpftes Geschäft ist, sieht es so aus, als würde der Kampf zwischen den beiden größten Händlern in den USA, Wal-Mart und Amazon, noch härter werden.

Wal-Mart hat seinen Logistikservice mittlerweile dramatisch verbessert und ist damit Amazon ganz dicht auf den Fersen. Auch in Bezug auf die Preisgestaltung ist Wal-Mart  inzwischen ein wirklich ernsthafter Konkurrent für Amazon. Amazon-CEO Jeff Bezos hatte dies sicherlich erwartet und vielleicht ist das auch der Grund, warum Amazon so erpicht darauf ist, die Lieferung am selben Tag zu forcieren. Der Wettbewerbsvorteil soll schließlich aufrechterhalten werden. Während Amazon wahrscheinlich der erste Konzern sein wird, der die Lieferung am selben Tag flächendeckend zur Verfügung zu stellen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Wal-Mart gleichziehen wird. Während der Kampf weitergeht, fragen sich die Anleger, wer letztlich diese Auseinandersetzung gewinnen wird – außer den Verbrauchern. Die Rentabilität der beiden Einzelhändler könnte sich dabei in den kommenden Jahren dramatisch vermindern.

Amazon versus Wal-Mart: Ein Wettlauf um Marktanteile und Preise

Amazon versus Wal-Mart: Ein Wettlauf um Marktanteile und Preise

 

In der zweiten Hälfte des Jahres 2014 senkte Wal-Mart seine Online-Preise. Aber nicht nur unterhalb der Preisgrenze von Amazon, sondern auch unterhalb der Grenze der eigenen Super-Stores. Da die Kosten der verkauften Waren die gleichen sind, unabhängig davon, ob Wal-Mart über das Internet oder einen Store verkauft, ist das für die Bruttomargen schlecht. Angesichts des Preisunterschieds zwischen Online und Offline wird Wal-Mart wahrscheinlich erleben, dass die günstigeren Online-Preise einen Teil seiner Store Verkäufe kannibalisieren.

Mit den niedrigen Preisen und einem relativ vergleichbaren Logistikservice ist Wal-Mart ist ein ebenbürtiger Rivale für Amazon im Online-Bereich. Die Vergangenheit hat aber auch gezeigt, dass Amazon nicht dazu bereit ist, unterboten zu werden. Daher wird Amazon wohl eine neue Preisrunde einläuten, denn Amazon möchte sicherlich seine Wettbewerbsposition gegenüber Wal-Mart verbessern. Dies wird dann eine Vertiefung des Preiskampfs zwischen Wal-Mart und Amazon (und natürlich den anderen großen Einzelhändlern wie Target Macys Sears etc.) zur Folge haben, die Bruttomargen werden weiter zurückgehen.

Amazon hat im Moment noch die Nase vorn, was vor allem an der schnellen und taggleichen Auslieferung liegt, doch ist dieser Wettbewerbsvorteil nicht als nachhaltig anzusehen. Wer Uber beobachtet, erkennt, dass das Unternehmen mehr als nur das Taxigewerbe im Auge hat. Der Blick in die Zukunft zeigt, dass aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Zustellung von Paketen von Uber (oder den Konkurrenten wie Sidecar und Lyft) angegangen wird. Dieses flexible On-Demand-Business-Modell wird es jedem Händler mit einem dichten Filialnetz relativ einfach machen, die taggleiche Lieferung zuverlässig anzubieten. Und Amazon wird damit dann seine Position als Platzhirsch verlieren.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Amazon, Onlinehandel allgemein

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