Amazon kritisiert US-Behörden für Trägheit bei Genehmigungen der Drohnen-Zustellung

Amazon droht damit, Freiluft-Tests für Zustelldrohnen verstärkt außerhalb der USA durchzuführen. Denn dem Konzern zufolge ist die US-Luftfahrtaufsicht FAA zu langsam bei der Vergabe von Genehmigungen. Amazon verlangt eine schnellere Öffnung des US-Luftraums für kommerzielle Drohnen-Pläne. Aus Sicht des Konzerns sei die wichtigste Hürde für Zustelldrohnen mittlerweile nicht mehr die Technik, denn eher stünden die rechtlichen Rahmenbedingungen im Weg.

Amazon kritisiert US-Behörden für Trägheit bei Genehmigungen der Drohnen-Zustellung

Schon seit geraumer Zeit ist bekannt, dass Amazon unter dem Namen „Prime Air“ an Zustelldrohnen arbeitet. Dem Unternehmen zufolge ist es inzwischen Zeit für Freiluft-Tests. Doch die Schaffung geeigneter rechtlicher Rahmenbedingungen für den kommerziellen Einsatz der Fluggeräte geht in den USA nur träge voran.

Die ausgiebigen Verhandlungen mit den US-Behörden sind Amazon ein Dorn im Auge. Ohne die Möglichkeit bald Freiluft-Tests in den USA durchführen zu können, würde man noch mehr der Forschungsressourcen ins Ausland verlagern müssen. Das schrieb Paul Misener, Amazon Vice President für Global Public Policy, diese Woche in einem Brief an die FAA.

Vor etwa einem Jahr hatte Amazon sein Projekt offiziell vorgestellt. Doch Google und andere arbeiten ebenfalls an Zustelldrohnen. In den USA könnte es starken Gegenwind für solche Pläne geben. Die FAA will nämlich für das Steuern kommerzieller Drohnen einen Pilotenschein fordern, der eine Ausbildung an bemannten Flugzeugen umfasst.

Amazon gefällt das überhaupt nicht. Erst in der Vorwoche hatte CEO Jeff Bezos davor gewarnt, dass die USA aufgrund regulatorischer Hürden in Sachen Drohnen den Anschluss verlieren könnten. Misener legte in seinem Brief an die FAA  nun nach. Wenn es nicht „schnell großen Fortschritt bei der Öffnung des Luftraums der USA“ gebe, drohe das Land seinen Status als Zentrum der Innovation bei der Drohnen-Revolution zu verlieren.

Jobs und ökonomische Vorteile könnten ebenso gefährdet sein. „Ohne zeitgerechte Genehmigung der FAA für Freiluft-Tests haben wir begonnen, Freiluft-Testanlagen außerhalb der USA zu nutzen“, heißt es in dem Schreiben Miseners. Das gestatte eine rasche Weiterentwicklung der Prime-Air-Drohnen. Amazon will deshalb seine Drohnen-Entwicklung stärker aus den USA abziehen.

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Ellen (Redakteur)

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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