Amazon Chef Bezos: Experimente beinhalten bereits das Scheitern

Amazon CEO Jeff Bezos räumte ein, dass er bei der Leitung seines Unternehmens Milliarden an Dollar versenkt hat. Das jedoch sei der Preis, den man zahlen müsse, wen man waghalsige Experimente mache. Diese könnten ja auch zu enormen Erfolgen führen.

Sein Job sei es, die Menschen zu ermuntern, wagemutig zu sein. Und wenn man solche Wetten eingehe, führe das zu Experimenten. Und: Experimente beinhalten schon ein Scheitern. So Bezos auf der Business Insider Ignition conference in New York am 02.12.2014.Amazon Chef Bezos: Experimente beinhalten bereits das Scheitern

Ein Fehler, der in der fernen Vergangenheit liegt, war der Versuch eine Auktions-Seite aufzubauen. Dieses Vorhaben scheiterte. Viele Pleiten könnten durch ein paar große Erfolge ausgeglichen werden. Ein Misserfolg in der Neuzeit sei beispielsweise Amazons Fire Phone gewesen. Das Smartphone von Amazon kann seine Umgebung scannen und Waren auf der Amazon-Plattform finden, doch die Kunden wollten dieses Gerät nicht kaufen. Die Abschreibung auf die bestehenden Lagerbestände kostete Amazon im dritten Quartal 2014 437 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 350 Millionen Euro. Bezos zufolge sei es aber noch zu früh ein abschließendes Urteil zu fällen.

Um seine Marktstellung zu behaupten und auszudehnen, investiert der Konzern ständig sehr viel Geld in neue Marktsegmente oder Produkt-Innovationen. Aus diesem Grund sind die Investoren Amazons auch schon an rote Zahlen oder sehr karge Gewinne gewöhnt.

Neben seinem Fire Phone debütierte Amazon jüngst mit der TV-Box Fire TV in Deutschland und erneuerte die Produktfamilien seiner Tablet-Computer sowie der Kindle-Lesegeräte. Im August 2014 kaufte Amazon ferner für rund 800 Millionen Euro die Video-Webseite Twitch. Die Kosten schossen somit in die Höhe. Im dritten Quartal 2014 stiegen die Ausgaben unter anderem für die Lager-Standorte sowie Technologie und Inhalte wie Serien und Kinofilme in Amazons Videostreaming-Dienst enorm an.

Bezos erklärte: „Amazon ist ein großer Konzern, aber in vielerlei Hinsicht sind wir auch ein Start-up.“ Zu den neuen Aktivitäten gehört auch die Idee, Warensendungen per Drohne auszuliefern. In diesem Fall gebe es keine technologischen, sondern regulatorische Widerstände. Er selbst stecke sein Geld in Weltraum-Projekte. Und verriet: „Ich möchte Millionen von Leuten im Weltraum leben und arbeiten sehen.“

Bezos sieht Amazon als eine Anhäufung mehrerer Unternehmen und Initiativen. Hiervon seien einige gewinnbringend, andere suchten noch nach ihrem Weg. Bezos beharrt auch darauf neue Wege in der Hardware gehen zu wollen. „Wir wollen unsere eigene Note setzen“, sagte er. Und was dieses lästige Handy anbelangt, sagt er nur: „Bleiben Sie dran.“

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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