Rakuten in Deutschland auf dem Weg zum direkten Rivalen von eBay und Amazon

Rakuten, der japanische E-Commerce-Gigant, will in Deutschland schnell wachsen. Die Konkurrenten Amazon und eBay sollen angegriffen werden. Rakuten-Boss Hiroshi Mikitani im Interview mit der WirtschaftsWoche: „Unser neues Managementteam um Christian Macht hat auf Autobahn-Tempo umgeschaltet, um unsere Position weiter zu verbessern und die Nutzerzahlen zu steigern.“ Mikitani verlegt auch aus diesem Grund derzeit die Deutschland-Zentrale von Bamberg nach Berlin.

Grafik, genutzt auf onlinemarktplatz.de

Es sei ein wichtiger Schritt das Deutschland-Geschäft in Zukunft von Berlin aus zu steuern und damit auch im Start-Up-Zentrum des Landes präsent zu sein.

Im Kampf gegen Amazon und eBay setzt Mikitani auf ein eigenes „Ökosystem“ an Dienstleistungen, mit dem Rakuten in Japan schon erfolgreich ist. Bei Rakuten registrierte Kunden können zum Beispiel in Japan ein Bankkonto eröffnen, erhalten eine Kreditkarte und können Kredite und Versicherungen abschließen.

Ferner wolle Rakuten in Deutschland enger mit den Händlern zusammenarbeiten. „In Japan lassen sich viele Anbieter, die über unsere Plattform Waren verkaufen, von Rakuten-E-Commerce-Beratern dabei unterstützen, ihre Shops zu optimieren. Diese Services werden wir auch in Deutschland weiter ausbauen. Und wir wollen unseren Händlern zusätzliche Angebote zur Datenauswertung und -analyse an die Hand geben“, kündigte Mikitani im Gespräch mit der WirtschaftsWoche an.

Mikitani will kein eigenes Smartphone entwickeln oder auf den Markt bringen. Der Messenger-Dienst Viber, den Rakuten erst im Februar akquirierte, soll jedoch zu einer offenen Kommunikationsplattform ausgebaut werden. Rakuten ist in Deutschland mit aktuell 21 Millionen Artikeln in 7.000 Internet-Läden das drittgrößte Internet-Handelsportal.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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