Drei simple Gründe für die PayPal-Abspaltung

eBay plant laut Medienberichten die Ausgliederung PayPals, seiner schnell wachsenden Zahleinheit. Investor Carl Icahn, der rund 2,5% an PayPal besitzt, hat sich wiederholt für gerade ein solches Spin-Off ausgesprochen.PayPal bald mit verbesserter Hardware-Infrastruktur

Auf PayPal entfielen im Jahr 2013 41% des Nettoumsatzes von eBay. Der Umsatz stieg um 19% im Jahresvergleich auf 6,63 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das eBay-Marktplatz-Geschäft wuchs um nur 12% im Jahresvergleich an. Die Lücke wurde im letzten Quartal noch größer, als die Einnahmen bei PayPal um 20%, bei eBay Marketplace aber lediglich um 9% anstiegen.

Auf den ersten Blick macht es für eBay wenig Sinn eine solch profitable und schnell wachsende Einheit abzuspalten. Schaut man etwas genauer hin gibt es drei einfache Gründe, warum es doch sinnvoll sein könnte, so Motley Fool.

1. eBays schädlicher Ruf könnte PayPal schaden

eBay hat in diesem Jahr große Rückschläge hinnehmen müssen. Das Unternehmen bat im Mai, nach einer massiven Datenpanne, 145 Millionen Nutzer ihre Passwörter zu ändern. Obwohl das Leck keinen Einfluss auf PayPal- oder Kreditkarteninformationen hatte, waren E-Mail-Adressen, verschlüsselte Passwörter, Adressen, Geburtsdaten und andere sensible Informationen von dem Angriff betroffen. eBays Reaktion auf die Panne wurde vielfach kritisiert, denn unter anderem wartete der Konzern über drei Monate, bis die Öffentlichkeit über den Angriff informiert wurde.

Anfang dieses Monats stürzte die eBay-Webseite in Großbritannien zum 10. Mal in diesem Jahr ab, ärgerlich für Käufer und Verkäufer, die daraufhin Entschädigungen für entgangene Geschäfte forderten. Der Ausfall ereignete sich kurz bevor eBay Großbritannien die Gebühren für Nutzer in Großbritannien erhöhte.

In diesem Zusammenhang ist es für PayPal, einem Zahlungs-Dienstleister, absolut sinnvoll, sich von den erheblichen Problemen, die den eBay-Ruf getrübt haben, zu distanzieren. Denn gerade bei Bezahlungen im Internet kennt der Nutzer keinen Spaß, denn er legt Wert auf allerhöchste Sicherheit und Stabilität.

2. PayPal – die „Bank“ 

Wenn PayPal ausgegliedert und an die Börse gehen würde, hätte der Konzern seinen eigenen Vorstand, der sich auf das Wachstum des Unternehmens konzentrieren könnte – ohne sich zusätzlich noch Gedanken über eBays Gewinn machen zu müssen.

Nach Icahns offenem Brief an eBay-Aktionäre in diesem Jahr, würde ein unabhängiges Gremium PayPal die „Gelegenheit geben, sein Produktangebot zu erweitern…“, worauf die Verbraucher schon seit längerem warten.

PayPal hatte anfänglich verzinsliche Geldmarktkonten angeboten, strich diese aber im Jahr 2011 „aufgrund der Marktbedingungen“ wieder. Im Jahr 2000 boten diese Konten eine jährliche Rendite von 5,56%. Bis zum Jahr 2009 stürzte die Rendite aufgrund der globalen Finanzkrise auf 0,23%. Da sich die Durchschnittskurse für eine Ein-Jahres-Geldanlage den USA immer noch in der Nähe von 1% bewegen, könnte PayPal durch die Wiedereinführung verzinslicher Konten neue Nutzer gewinnen.

eBay aber könnte sich, wegen der kurzfristigen Auswirkungen auf den Umsatz des Unternehmens, diesem Plan entgegenstellen.

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Inzwischen hat Amazon sein eigenes Kartenlesegerät Local Register, ähnlich dem von PayPal und Square, eingeführt. Amazon bietet bis zum 1. Januar 2016 eine Einführungs-Rate von 1,75% und 2,5% danach.   Square und PayPal liegen bei den Transaktionsraten bei 2,75% und 2,7%. PayPal müsste möglicherweise die Rate senken, um seinen Marktanteil zu verteidigen – eine weitere Entwicklung, gegen die eBay protestieren könnte.

3. Was für PayPal gut ist, ist gut für eBay 

Der Großinvestor Icahn plädierte ursprünglich nur für eine 20%ige Ausgliederung von PayPal bei einem eventuellen Börsengang. Durch den Verkauf von 20% der PayPal-Anteile würde eBay eine nette Geldspritze erhalten.

Aber dieser erste „Zahltag“ wäre nur ein Anfang des PayPal-Beitrags an eBay. Die beiden Unternehmen würden verschiedene Investoren ansprechen: Konservative Anleger könnten bei eBay bleiben, während sich die mutigeren Investoren PayPal zuwenden könnten.

Wenn PayPal von eBay befreit ist, könnte der Service durch neue Finanz-Features und Dritt-Partnerschaften ein größeres Wachstum außerhalb eBays verfolgen.

PayPal könnte auch eigene Aktien dazu nutzen, um kleinere Konkurrenten wie Square oder Stripe zu erwerben. Das würde bedeuten: eBay müsste keine große Übernahmen angehen wie beispielsweise der Kauf von Braintree, um PayPals Wachstum zu unterstützen.

„A Foolish final word“ 

Die Ausgliederung PayPals wäre ein mutiger Schritt von eBay. Aber es wäre das richtige Spiel:

  • PayPal würde vor eBays Schwierigkeiten geschützt.
  • PayPal könnte unabhängig wachsen, ohne sich Gedanken über eBays Profit machen zu müssen und
  • PayPal könnte neue Investoren gewinnen, und zwar solche, die normalerweise in das träge eBay-Papier nicht investiert hätten.
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