eBay und Sotheby’s wollen zusammenarbeiten

Der Internet-Riese eBay kommt mit dem traditionsreichen Auktionshaus Sotheby’s ins Geschäft. Das klassische Auktionsgeschäft könnte damit um eine spannende Neuerung erweitert werden. Allerdings nur dann, wenn auch zahlungskräftige Bieter mit von der Partie sind. Denn über Live-Auktionen im Internet sollen etwa Kunst oder Antiquitäten einer breiteren Öffentlichkeit zum Kauf geboten werden.

eBay und Sotheby’s wollen zusammenarbeiten

Ab Ende des Jahres 2014 oder Anfang 2015 sollen dann die ausgewählten Auktionen live im Internet übertragen werden. „Wir arbeiten mit eBay zusammen, um weltweit das größtmögliche Publikum anzusprechen“, sagte Sotheby’s-Vorstand Bruno Vinciguerra.

Durch die Kooperation können sich beide Unternehmen neue Erlösquellen erschließen. Sotheby’s versucht über die eBay-Zusammenarbeit den Internet-Aktivitäten von Christie’s entgegenzutreten. Christie’s ist in diesem Bereich schon recht erfolgreich.

Die Entwicklung der eBay-Auktionen war in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen. Seitdem versucht eBay neue Einnahmequellen zu erschließen. So werden eBay-Nutzer dazu bewegt häufiger und mehr „Sofort Kaufen“-Angebote zu nutzen. Weshalb eBay schon länger eine „Amazonifizierung“ vorgeworfen wird. Die Kooperation mit Sotheby’s  bringt eBay eine Provision für jeden Verkauf eines Sotheby-Objektes, der auf eBay stattfindet, so eBay-Sprecher Ryan Moore.

eBay hat weltweit 145 Millionen aktive Nutzer. Sotheby’s verfügt über 270 Jahre Erfahrung bei Versteigerungen, besonders im Bereich Kunst, Antiquitäten, Büchern, Juwelen und Uhren. Geplant sind zunächst nur Übertragungen vom New Yorker Auktionshaus, andere sollen folgen. Die klassischen Auktionen am Abend, bei denen Gemälde für 50 Millionen Dollar oder mehr den Besitzer wechseln, sind nicht Teil des Plans. Doch damit verabschiedet sich Sotheby’s wohl auch von seinen bisherigen Kunden und seiner Business-Strategie nur hochpreisige, edle und außergewöhnliche Gegenstände anzubieten. Denn nun gibt es Warhols, Picassos oder Diamantschmuck neben Autoersatzteilen, Küchengeräten und Ähnlichem.

Vielleicht klappt es ja beim zweiten Anlauf mit der Zusammenarbeit: Im Januar 2002 beschlossen die beiden Unternehmen schon einmal eine Zusammenarbeit. Die jedoch war bereits nach einem Jahr wieder beendet.


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