Undercover-Recherche bei Zalando Erfurt: Ermittlungen gegen RTL eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat ihre Ermittlungen gegen eine RTL-Reporterin wegen verdeckter Recherchen bei Zalando in Erfurt eingestellt. Behördensprecher Hannes Grünseisen erklärte, dass die journalistische Tätigkeit mit einer Kamerabrille nicht strafbar sei. Der Verdacht auf Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen habe sich nicht bestätigt.

Für das RTL-Magazin EXTRA hat sich die junge Undercover-Reporterin Caro Lobig aus dem Team des Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff für fast drei Monate als Lagerarbeiterin im Standort Erfurt des Versand-Händlers Zalando eingeschleust. 2012 wurde das Logistikzentrum in Erfurt eröffnet und beschäftigt 2.000 Arbeitnehmer.

Am 28. März 2014 flog die Journalistin auf, denn sie trug bei der Arbeit eine Kamerabrille. Nach Darstellung einer Unternehmenssprecherin hatten Mitarbeiter Wirtschaftsspionage vermutet und die Polizei gerufen, die die Brille beschlagnahmt habe. Zalando entließ die Journalistin und RTL strahlte eine TV-Reportage mit zahlreichen Innenaufnahmen aus der Versandhalle aus. In der Sendung erzählte die Reporterin, dass sie ständig unter Kontrolle gestanden habe und unter enormem Leistungsdruck stand.

Zalando will den Anteil unbefristet angestellter Mitarbeiter an der Belegschaft erhöhen. Ein Vertreter des Unternehmens versicherte am Mittwoch, dem 09.07.2014 bei einem Runden Tisch im Sozialministerium, bei Zalando gebe es auch keine Widerstände gegen einen Betriebsrat. Zalando ist mit rund 2.000 Beschäftigten größter Versandhändler in Thüringen.


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