Amazon wird deutsche Kunden bald teilweise über Polen beliefern

Im September 2013 berichteten wir im Zusammenhang mit den Verdi-Streiks bei Amazon erstmals über die mögliche Verlagerung von Amazon-Arbeitsplätzen nach Polen. Eine polnische Tageszeitung berichtet im September 2013, dass Amazon im Westen Polens drei Logistikzentren errichten möchte, zwei in der Nähe von Breslau und eines in Posen mit einer Größe von jeweils 100.000 Quadratmetern!

Amazon wird deutsche Kunden bald teilweise über Polen beliefern

Amazon wird deutsche Kunden bald teilweise über Polen beliefern

Im Oktober wurde es dann offiziell bestätigt: Amazon kündigte den Neubau von 3 Logistikzentren in Polen an. Amazon legte zum damaligen Zeitpunkt Wert auf die Feststellung, dass es sich nicht um eine Verlagerung von Logistik-Standorten aus Deutschland handle. Ziel sei der Ausbau des gesamten europäischen Geschäfts, so der für Europa zuständige Amazon-Manager Tim Collins.

Fakt ist aber: Natürlich wird das von Verdi behinderte Geschäft verlagert, natürlich wird es in Deutschland Arbeitsplätze und Gewerbesteuer kosten und natürlich wird nicht das komplette Geschäft nach Osteuropa verlagert … aber es wird durch die Behinderungen von Verdi sukzessive und leise einen Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland geben!Stempel rot rel QUITTUNG

Amazon hat also nun damit begonnen, Warenlieferungen in zwei neueröffnete Logistikzentren nach Polen umzuleiten. Deutsche, Amazon beliefernde Verlage werden aufgefordert, ihre Waren an die beiden neuen Logistikzentren in Poznan und Wroclaw zu liefern.

Die Warenlieferungen dienen, einem Amazon-Schreiben an die Verlage zufolge, der Belieferung von Kunden von Amazon.de in Deutschland. Offenbar wird Amazon also über die neu geschaffenen Logistikzentren nicht nur Polen und Tschechien beliefern, sondern eben auch Ausweichkapazitäten für den deutschen Markt schaffen.

Das dürfte zu einem großen Teil der Gewerkschaft Verdi zu verdanken sein, die seit  vielen Monaten völlig erfolglos das Amazon Geschäft behindert, entgegen den Wünschen der Mitarbeiter! Bereits im vergangenen Jahr hatten Amazon-Mitarbeiter, diejenigen Menschen also die Verdi vorgibt zu vertreten, sich eindeutig gegen die Streiks und Verdi ausgesprochen. Die Amazon-Mitarbeiter hatten etwa 1.100 Unterschriften gesammelt und sich von den Zielen, Argumenten und Äußerungen von Verdi, die in der Öffentlichkeit über Amazon und damit über sie verbreitet werden, distanziert.

Der Protest gegen Verdi wurde damit von mehr Mitarbeitern unterschrieben, als sich Mitarbeiter kurz davor an den Vorweihnachtsstreiks beteiligt hatten, das waren laut Verdi rund 650. Insgesamt arbeiteten bei Amazon in Deutschland in der Vorweihnachtszeit rund 23.000 Mitarbeiter. Sollten die Verdi-Angaben über die Anzahl der streikenden Mitarbeiter korrekt sein, war bereits damals die Streikbeteiligung mit 3 Prozent der Mitarbeiter extrem niedrig.

Nach erfolglosen Streiks in Deutschland hatte Verdi im Dezember 2013 angekündigt, auch in Polen und Tschechien mobilmachen zu wollen, denn Verdi hatte blitzschnell erkannt, dass die neuen Versandzentren in Osteuropa „…als Mahnung für die Standorte in Deutschland verstanden werden...“ und „…die Ankündigung wird als Drohung verstanden, nach Osten abzuwandern“, so Verdi-Sekretär Thomas Schneider.

Amazon ist eben einfach eine Nummer zu groß für die Gewerkschaft Verdi!

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Frank Weyermann
Betreiber der Seite onlinemarktplatz.de und und Inhaber von die-datenwerkstatt.de.

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